Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent · Frankreich · 1300
Schäle die Gurken (oder Kürbisse) und schneide sie in Scheiben. Entferne die Kerne, falls vorhanden. Gib sie zum Vorkochen in eine Pfanne. Drücke sie dann aus und gieße kaltes Wasser darüber, dann drücke sie erneut aus und hacke sie sehr fein. Vermische sie anschließend mit Rinderbrühe oder anderer Fleischbrühe. Gib Kuhmilch hinzu und rühre ein halbes Dutzend Eigelb, durch ein Sieb passiert, in die Brühe mit der Milch ein.
Für Fastentage verwende Erbsenpüree oder Mandelmilch und Butter (Fastenbutter).
Um einen Eintopf zu entsalzen, ohne etwas hinzuzufügen oder zu entfernen.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| congordes | Gurken | - | Zucchini oder Kürbis |
| leaue froide | kaltes Wasser | Leitung | - |
| bouillon de beuf ou dautre chair | Rinderbrühe oder andere Fleischbrühe | - | Hühnerbrühe, Gemüsebrühe |
| laict de vache | Kuhmilch | - | - |
| demye douzaine de moyeulx doeulx | 6 Eigelb | - | - |
| puree de pois | Erbsenpüree | - | - |
| laict damandes | Mandelmilch | - | - |
| beurre | Butter | - | Pflanzenfett (für Fastentage) |
| Salz (implied) | Salz | - | - |
‚Congordes‘ ist eine historische Bezeichnung, die sich auf Gurken oder eine Art Kürbis/Zucchini beziehen kann. Die Zubereitungsschritte wie Schälen, Entkernen und Schneiden in Scheiben passen gut zu allen drei Gemüsesorten.
Nein, dieses Rezept ist nicht ideal für die Lagerküche. Es erfordert frische Milch, Eier und Butter, die ohne Kühlung im Sommer schnell verderben würden. Die Zubereitung ist am besten zu Hause in einer gut ausgestatteten Küche durchzuführen.
Dieses Rezept stammt aus ‚Le Viandier de Taillevent‘, einem der bedeutendsten mittelalterlichen Kochbücher Frankreichs. Es wird auf das späte 14. Jahrhundert (um 1393) datiert und spiegelt die höfische Küche dieser Zeit wider.
Dieses Rezept nennt Butter in einem Fastenkontext. Im Mittelalter gab es zwei Wege, Butter in der Fastenzeit zu verwenden: Als ‚Fastenbutter‘ - ein pflanzlicher Fettblock, der Butter imitierte - oder mit einem päpstlichen ‚Butterbrief‘, der gegen eine Abgabe echte Butter erlaubte. Solche Dispense waren im 15. Jahrhundert in Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet, da Olivenöl dort teuer und schwer zu bekommen war.
Diese kurze Anweisung ist ein allgemeiner Kochtipp, der besagt, wie man einen versalzenen Eintopf (Potaige) retten kann, ohne weitere Zutaten hinzuzufügen oder zu entfernen. Die genaue Methode wird im Rezept nicht beschrieben, aber es könnte sich um Techniken wie das Hinzufügen von rohen Kartoffelscheiben oder Brot handeln, die Salz aufnehmen, oder um ein längeres Köcheln, um das Salz zu verteilen und den Geschmack auszugleichen.
Historische Bezeichnung für Gurken oder eine Art Kürbis/Zucchini.
Scheiben, runde Stücke.
Vorkochen, blanchieren.
Ausdrücken, pressen.
Ein feines Tuch oder Sieb zum Passieren.
Fastentag, an dem kein Fleisch gegessen werden durfte.
Im Mittelalter ein dicker, gebundener Eintopf, nicht unbedingt eine klare Suppe.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
congordes
Gewählte Lesart: Die Übersetzung als ‚Gurken‘ wurde gewählt, da die Beschreibung des Schälens, Entkernens und Schneidens in Scheiben gut zu Gurken passt und sie eine häufige Zutat in mittelalterlichen Rezepten waren.
Andere mögliche Lesart:
beurre (im Fastenkontext)
Gewählte Lesart: Die Erwähnung von Butter an Fastentagen wird als ‚Fastenbutter‘ interpretiert, ein pflanzliches Fett, das Butter in Konsistenz und Verwendung imitierte und in der Fastenzeit als Ersatz diente.
Andere mögliche Lesart:
Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.
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