Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Nimm die Wurzel des Krautes 'Lectorie', das azurblaue Blüten trägt. Zerstoße sie in einem Mörser und gib sie in einen Beutel oder ein Tuch. Presse sie aus, um den Saft zu gewinnen. Gib diesen Saft in eine Schale und stelle sie in die Sonne. Nachts soll der Saft trocken und bedeckt aufbewahrt werden, damit weder Wasser noch andere feuchte Flüssigkeit ihn berührt. Setze ihn so lange immer wieder der Wärme aus, bis er sich verklebt und fest wie Gummiharz anfühlt. Gib ihn dann in eine gut verschlossene Dose. Und wenn du ihn verwenden willst, so gib ihn zwischen die Widerhaken und die Tülle der Speerspitze, damit, wenn das Tier getroffen wird, dies das Fleisch trifft und berührt. Denn wer es anders machen würde (das heißt, wer das Eisen anders bestreichen würde), wenn es in die Haut des Tieres eindringen würde, bliebe die Salbung darin und der Stoß wäre nutzlos.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
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| la racine de l'erbe de lectoire qui fait fleur de couleur d'azur | Wurzel des Blauen Eisenhuts (Aconitum napellus) | ⚠ Extrem giftig! Nicht zur Nachahmung empfohlen. Wildsammlung ist illegal und lebensgefährlich. Alternativ: null. | - |
'Erbe de lectoire' bezieht sich hier auf den Blauen Eisenhut (Aconitum napellus), eine extrem giftige Pflanze mit azurblauen Blüten. Ihre Wurzeln enthalten hochwirksame Alkaloide, die tödlich sein können. Die Beschaffung und Verwendung dieser Pflanze ist gefährlich und in vielen Regionen illegal. Dieses Rezept ist nicht zur Nachahmung gedacht und dient lediglich der historischen Dokumentation. Versuche niemals, diese Substanz herzustellen oder zu verwenden.
Nein - und das wahrscheinlich kategorisch eindeutigste „Nein“ in unserer ganzen Rezeptsammlung. Es ist kein Lebensmittel, es ist nicht legal, und es endet für jeden Verkoster nicht gut. Wenn du am Markt unbedingt einen Hirsch erlegen willst: bitte die Falknerinnen und Falkner ansprechen - die haben Lederhandschuhe, einen geübten Greifvogel und das Ganze ist sogar legal.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem französischen Haushaltsbuch aus der Zeit um 1393. Es wurde in Paris verfasst und gibt Einblicke in das Leben und die Praktiken des späten Mittelalters, einschließlich Jagdmethoden und der Verwendung von Giften.
'Barbillons' sind die Widerhaken an einer Pfeil- oder Speerspitze, die verhindern, dass die Spitze leicht aus der Wunde gezogen werden kann. Die 'douille du fer' ist die Tülle oder Fassung der Eisenspitze, der hohle Teil, in den der Schaft des Pfeils oder Speers gesteckt wird. Das Gift sollte zwischen diese Teile aufgetragen werden, um sicherzustellen, dass es beim Eindringen in das Tier direkt das Fleisch erreicht und nicht nur in der Haut verbleibt.
Bezeichnet hier den Blauen Eisenhut (Aconitum napellus), eine der giftigsten Pflanzen Europas, die im Mittelalter für Pfeilgifte verwendet wurde.
Widerhaken an einer Pfeil- oder Speerspitze.
Die Tülle oder Fassung der Eisenspitze, mit der sie auf den Schaft gesteckt wird.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
erbe de lectoire qui fait fleur de couleur d'azur
Gewählte Lesart: Die Beschreibung 'Kraut, das azurblaue Blüten trägt' in Verbindung mit der Verwendung als Gift deutet stark auf den Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) hin, eine in Europa heimische und extrem giftige Pflanze, die historisch für Pfeilgifte genutzt wurde.
Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.
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