Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460
Nimm den geronnenen Schweiß der Lämmer und hacke ihn klein. So wird das Wildbret gut.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| den swaiss von den lemberen | Lammblut | Metzger (auf Vorbestellung, ggf. geschlachtetes Lamm) | Zerbröselte Blutwurst oder Rinderblut (vom Metzger) |
| willpraett | Wildbret | Metzger, Wildhändler | - |
Lammblut ist heute schwer erhältlich. Frage beim Metzger deines Vertrauens nach, ob er es auf Vorbestellung besorgen kann, eventuell im Zusammenhang mit einem geschlachteten Lamm. Als Alternative kannst du zerbröselte Blutwurst oder Rinderblut verwenden, um eine ähnliche Geschmacksnote und Bindung zu erzielen.
Nein, dieses Rezept ist nicht für die Lagerküche geeignet. Frisches Blut ist sehr verderblich und erfordert durchgehende Kühlung, die im Lager meist nicht gegeben ist. Zuhause vorbereiten.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Kochbuch des Meisters Hans', das um 1460 in Basel verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die höfische und bürgerliche Küche des Spätmittelalters, in der auch ungewöhnlichere Zutaten wie Blut verwendet wurden.
Blut war im Mittelalter eine gängige Kochzutat, die als Bindemittel und zur Geschmacksverstärkung eingesetzt wurde. Es verlieh Gerichten eine kräftige, erdige Note, die gut zu Wildbret passte.
Historischer Begriff für das Blut von Wildtieren, hier auf Lämmer übertragen. Im Mittelalter eine gängige Zutat. Der Zwilling m5919-090 führt an derselben Stelle 'varb' (Farbe) - laut Grimm'schem Wörterbuch ein Weidmanns-Fachbegriff für Wildschweiß/Blut, was die Lesart hier zusätzlich absichert.
Lämmer.
Wildbret, das Fleisch von Wildtieren.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
swaiss
Gewählte Lesart: Blut. Im Kontext von Jagd und Fleischverarbeitung ist 'Schweiß' der Fachbegriff für das Blut des Tieres.
hack In klain
Gewählte Lesart: Hacke es klein. Dies impliziert, dass das Blut bereits geronnen ist, da flüssiges Blut nicht gehackt werden kann. Geronnenes Blut wurde oft als Zutat verwendet und konnte gehackt oder zerbröselt werden.
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