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Wildbret mit Lammblut verfeinern

Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460

WildHauptspeise · WildLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10Höfische KücheHofküche
Zubereitungszeit5 Min.PortionenFür eine Portion WildbretBuchKochbuch des Meisters Hans (~1460)

Nimm den geronnenen Schweiß der Lämmer und hacke ihn klein. So wird das Wildbret gut.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
den swaiss von den lemberen Lammblut Metzger (auf Vorbestellung, ggf. geschlachtetes Lamm) Zerbröselte Blutwurst oder Rinderblut (vom Metzger)
willpraett Wildbret Metzger, Wildhändler -
Wo bekomme ich Lammblut?

Lammblut ist heute schwer erhältlich. Frage beim Metzger deines Vertrauens nach, ob er es auf Vorbestellung besorgen kann, eventuell im Zusammenhang mit einem geschlachteten Lamm. Als Alternative kannst du zerbröselte Blutwurst oder Rinderblut verwenden, um eine ähnliche Geschmacksnote und Bindung zu erzielen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht für die Lagerküche geeignet. Frisches Blut ist sehr verderblich und erfordert durchgehende Kühlung, die im Lager meist nicht gegeben ist. Zuhause vorbereiten.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Kochbuch des Meisters Hans', das um 1460 in Basel verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die höfische und bürgerliche Küche des Spätmittelalters, in der auch ungewöhnlichere Zutaten wie Blut verwendet wurden.

Warum wird Blut in diesem Rezept verwendet?

Blut war im Mittelalter eine gängige Kochzutat, die als Bindemittel und zur Geschmacksverstärkung eingesetzt wurde. Es verlieh Gerichten eine kräftige, erdige Note, die gut zu Wildbret passte.

Zue willpraett beraitten Item Nym den swaiss von den lemberen vnd hack In klain So wirt das will= praet guot .
swaiss

Historischer Begriff für das Blut von Wildtieren, hier auf Lämmer übertragen. Im Mittelalter eine gängige Zutat. Der Zwilling m5919-090 führt an derselben Stelle 'varb' (Farbe) - laut Grimm'schem Wörterbuch ein Weidmanns-Fachbegriff für Wildschweiß/Blut, was die Lesart hier zusätzlich absichert.

lemberen

Lämmer.

willpraett

Wildbret, das Fleisch von Wildtieren.

Handschrift
Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch
Folio
Fol. 095r
Sprache
Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)
Entstehung
Württemberg / Basel, 1460
CoReMA

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartswaiss

Gewählte Lesart: Blut. Im Kontext von Jagd und Fleischverarbeitung ist 'Schweiß' der Fachbegriff für das Blut des Tieres.

Lesarthack In klain

Gewählte Lesart: Hacke es klein. Dies impliziert, dass das Blut bereits geronnen ist, da flüssiges Blut nicht gehackt werden kann. Geronnenes Blut wurde oft als Zutat verwendet und konnte gehackt oder zerbröselt werden.

Originalwerk (~1460) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 095r, Universitätsbibliothek Basel, Cod. AN V 12 (1460); bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY-NC-SA 4.0)
Transkription
CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), TEI-Edition Böhm/Klug 2021, CC BY 4.0 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Zuhause vorbereiten.
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