The Forme of Cury · England · 1390
Nimm Erbsen und koche sie kräftig, bedecke sie, bis sie platzen. Dann nimm sie heraus und passiere sie durch ein Tuch. Nimm Zwiebeln, hacke sie fein und koche sie im selben Sud mit Öl. Gib Zucker, Salz und Safran hinzu und koche alles gut durch. Danach serviere es.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| pesoun | Erbsen (getrocknet oder frisch) | 500 g | - | - |
| oynouns | Zwiebeln | 2 | - | - |
| oile | Öl | 2 EL | - | - |
| sugur | Zucker | 1 TL | - | - |
| salt | Salz nach Geschmack | - | - | - |
| safroun | Safranfäden | 1 Prise | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein klassisches mittelalterliches Erbsenpüree - der Perrey of Pesoun ist der direkte Vorfahr unseres heutigen Erbsbreis und der englischen pease pudding. Getrocknete Erbsen werden weich gekocht, durch ein Tuch passiert und mit gedünsteten Zwiebeln, Öl und etwas Süße abgeschmeckt. Eng verwandt mit men-031 (Ménagier), mha-288 (Meister Hans) und mar-092 (Martino) - überall dieselbe Technik: kochen, passieren, würzen.
Perrey (auch puree) meint im Mittelenglischen genau das Ergebnis: einen feinen, durchgestrichenen Brei aus Hülsenfrüchten. Der englische Editor verweist selbst auf das altfranzösische puree de pois.
Cole hem thurgh a cloth - das Passieren durch ein Tuch (oder heute ein feines Sieb) trennt die Schalen ab und macht die Konsistenz samtig-höfisch. Wer es rustikaler mag, lässt diesen Schritt weg.
Praxis. 500 g getrocknete Schälerbsen über Nacht einweichen, dann in reichlich Wasser weich kochen (40-60 Min), bis sie zerfallen. Durch ein Sieb streichen. Zwei fein gehackte Zwiebeln in 2 EL Öl im Erbsensud andünsten, mit dem Püree vereinen. Mit 1 TL Zucker, Salz und einer Prise Safran (für das gelbe Status-Gold) abschmecken und nochmal gut durchziehen lassen. Passt als Beilage zu Bratenresten oder als sättigende Fastenspeise.
Perrey ist ein mittelalterlicher Begriff für Püree oder Brei, oft aus Gemüse oder Hülsenfrüchten hergestellt. Es beschreibt die Konsistenz einer fein gestampften oder passierten Speise.
Ja, sehr gut geeignet. Die Zubereitung erfordert nur grundlegende Kochutensilien wie einen Topf und ein Tuch zum Passieren und kann problemlos über offenem Feuer oder auf einem Kocher erfolgen.
'Seeþ' ist ein mittelenglisches Verb und bedeutet 'kochen' oder 'sieden'. Es ist die alte Form des modernen englischen Wortes 'seethe'.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“. Englisches Kochbuch der Hofköche Richard II. (~1390). Etwa 196 Rezepte der höfischen Küche Englands. Nah verwandt mit dem Ménagier de Paris - beide reflektieren die internationalisierte Küche des Spätmittelalters.
Mittelenglisch für ein feines, durchgestrichenes Püree aus Hülsenfrüchten (vgl. altfranzösisch puree de pois).
Die gekochten Erbsen durch ein Tuch passieren - trennt die Schalen ab und gibt die feine, höfische Konsistenz.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| pesoun | garden pea Q29472543 |
| oynouns | onion Q3406628 |
| oile | cooking oil Q427457 |
| sugur | unrefined cane sugar Q57656231 |
| salt | table salt Q11254 |
| safroun | saffron Q25434 |
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Stand dieser Fassung: 20.06.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.