Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460
Wenn du wissen willst, ob der Most Wasser enthält, so prüfe, ob der Most mit Wasser vermischt ist oder nicht.
Lege dann ein Ei hinein. Fällt es zum Boden, so ist der Most mit Wasser vermischt. Schwimmt es aber empor, so ist er nicht vermischt.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| most | Most | Winzer, Wochenmarkt | Traubensaft (ungesüßt) |
| ay | 1 Ei | - | - |
Most ist der frisch gepresste Saft von Früchten, meist Trauben, bevor er zu Wein vergoren wird. Er kann auch aus Äpfeln oder Birnen gewonnen werden.
Es ist kein Kochrezept, sondern ein Dichtetest ohne Feuerstelle oder Zubereitung. Als schneller Markt-Check beim Mostkauf lässt er sich mit einem Ei in Sekunden durchführen.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Kochbuch des Meisters Hans', das um 1460 in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst wurde.
Reiner Most ist durch seinen Zuckergehalt dichter als Wasser, wodurch ein Ei darin schwimmt. Ist der Most mit Wasser verdünnt, sinkt seine Dichte, und das Ei sinkt zu Boden. So lässt sich eine Streckung des Mosts erkennen.
Unvergorener Traubensaft oder frisch gepresster Saft anderer Früchte, der zur Weinherstellung dient. Der Test beruht darauf, dass reiner, zuckerreicher Most dichter ist als Wasser; mit Wasser verdünnter Most hat eine geringere Dichte.
Ein Hühnerei. Der Test vergleicht die Dichte des Eis mit der des Mosts: In dichterem, reinem Most schwimmt es, in verdünntem, weniger dichtem Most sinkt es. Die genauen Dichtewerte schwanken je nach Frische des Eis und Reifegrad des Mosts, weshalb der Test eine grobe Faustregel ist, kein präzises Messverfahren.
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