Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Nehmt schönes, sauberes Wasser und gebt es in die Bratpfanne unter den Kapaun, während er brät. Begießt den Kapaun stets damit, um den Bratensaft aufzufangen. Danach zerstoßt eine Knoblauchzehe, verdünnt sie mit diesem Bratensaft-Wasser-Gemisch und kocht es auf. Serviert es dann wie eine Jance-Sauce. Sie ist gut, wenn man nichts Besseres hat.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| belle eaue necte | Sauberes Wasser | - | - | - |
| leschefricte dessoubz le chappon | Bratensaft vom Kapaun | - | - | - |
| une doulce d'ail | Knoblauchzehe | 1 | - | - |
Ein Kapaun ist ein gemästeter, kastrierter Hahn, der für sein besonders zartes und saftiges Fleisch bekannt ist. Heute ist er seltener erhältlich als normales Geflügel, kann aber bei spezialisierten Geflügelhändlern oder auf Wochenmärkten bestellt werden. Alternativ kann ein großes, gut gemästetes Brathähnchen oder eine Poularde verwendet werden.
Ja, hervorragend geeignet. Es benötigt nur wenige, leicht transportierbare Zutaten und die Zubereitung ist unkompliziert und schnell über offenem Feuer oder einem Dreibein möglich.
'Doulce d'ail' bezieht sich auf eine Knoblauchzehe oder einen kleinen Knoblauchkopf, nicht auf eine süße Zutat. 'Jance' ist der Name einer bekannten mittelalterlichen Sauce, die oft Ingwer und Safran enthielt. Hier wird sie als Vergleich für die Art und Weise, wie die Sauce serviert werden soll, oder für ihre Konsistenz verwendet.
Dieses Rezept stammt aus dem Ménagier de Paris. Haushaltsbuch eines Pariser Bürgers (~1393). Enthält rund 380 Rezepte sowie Anleitungen zu Falknerei, Gartenbau und Haushaltsführung.
Ein Kapaun ist ein gemästeter, kastrierter Hahn, der für sein zartes Fleisch geschätzt wurde.
Die Auffangschale oder Bratpfanne, die unter dem Bratgut platziert wird, um den herabtropfenden Saft und das Fett aufzufangen.
Wörtlich 'Süße des Knoblauchs', im Kontext jedoch eine Knoblauchzehe oder ein kleiner Knoblauchkopf.
Eine beliebte mittelalterliche Sauce, oft auf Basis von Ingwer, Safran, Essig und Brot, die als Referenz für die Konsistenz oder Servierweise dient.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
doulce d'ail
Gewählte Lesart: Als 'Knoblauchzehe' übersetzt, da dies die üblichste Menge für eine Sauce ist.
Andere mögliche Lesart:
Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.
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Stand dieser Fassung: 30.04.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.