Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460
Ain mandel suppen
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CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), TEI-Edition Böhm/Klug 2021, CC BY 4.0
Lagerküche-Tipp: Benötigt einen Topf zum Erwärmen der Mandelmilch und eine Möglichkeit, das Brot zu rösten (z.B. über Glut).
Wenn du eine Mandelsuppe zubereiten möchtest, so wird sie aus Mandelmilch gemacht. Nimm ein Semmelbrot, backe es gut (oder röste es), und gieße die Mandelmilch darüber, wenn du die Suppe servieren willst.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| mandel milich | Mandelmilch | - | - |
| ain semlein prot | 1 Semmelbrot | - | - |
Ein kleines Weißbrot oder Brötchen, ähnlich einer modernen Semmel.
Gut backen oder rösten. Im Kontext einer Suppe ist das Rösten oder Toasten des Brotes am plausibelsten.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
pae schon
Gewählte Lesart: „Gut backen oder rösten“ - Die Anweisung ist vage, aber im Kontext einer Suppe und der damaligen Küchenpraxis ist das Rösten oder Toasten des Brotes am plausibelsten, um es knusprig zu machen oder ihm mehr Geschmack zu verleihen.
Andere mögliche Lesart:
Für Mandelmilch weichst du Mandeln über Nacht ein, schälst sie (optional), mahlst sie dann sehr fein (z.B. in einem Mixer oder Mörser) und vermischst sie mit heißem Wasser. Lasse die Mischung kurz ziehen und passiere sie dann durch ein feines Tuch oder Sieb, um die Flüssigkeit von den festen Bestandteilen zu trennen. Alternativ kannst du auch fertiges Mandelmehl verwenden.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Mandeln (insbesondere gemahlen) und Brot sind lagerfähig. Die Zubereitung erfordert lediglich das Erwärmen der Mandelmilch und das Rösten des Brotes, was beides gut über offenem Feuer oder auf einem Kocher möglich ist.
Dieses Rezept stammt aus dem „Kochbuch des Meisters Hans“, das um 1460 in Basel verfasst wurde. Es ist eine Sammlung von Rezepten, die Einblicke in die höfische und bürgerliche Küche des Spätmittelalters gibt.
„Semlein prot“ bezeichnet ein kleines Weißbrot oder Brötchen, ähnlich einer modernen Semmel oder einem Weizenbrötchen. Es war eine gängige Brotsorte im Mittelalter.