München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919 · Regensburg, Bayern · 1505
Willst du einen guten Wachtelbrei zubereiten:
Nimm Fenchel und siede ihn in einer guten Fleischbrühe. Wenn er gar gekocht ist, reibe ihn fein und mische guten Käse darunter.
Richte das Mus dann an und gib in die Mitte etwas Schmalz hinein. Lege dann die gebratenen Wachteln darauf und stecke die Leber auf den Brei. Serviere es dann und versalze es nicht.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| fenchel | Fenchel | - | - |
| fleisch prue | Fleischbrühe | Supermarkt, Metzger | Gemüsebrühe |
| guten kes | Guten Käse | - | - |
| smalcz | Schmalz | - | Butterschmalz oder neutrales Bratöl |
| praten wachtel | Gebratene Wachteln | gut sortierter Metzger, Geflügelhändler, Online-Handel | Hähnchenbrust (für einfachere Zubereitung) |
| dy leber | Die Leber (der Wachteln) | gut sortierter Metzger, Geflügelhändler (oft im Lieferumfang der Wachteln enthalten) | Hähnchenleber |
| versalcz nicht | Salz (nicht versalzen) | - | - |
Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein raffiniertes Fenchel-Käse-Püree oder -Mus, das als elegante Unterlage für perfekt gebratene Wachteln dient, vergleichbar mit einer feinen Farce oder einem Gemüsebett der gehobenen Küche.
So gelingt es. Der Fenchel muss in einer wirklich guten, kräftigen Fleischbrühe sehr weich gekocht werden, bis er fast zerfällt. Für die im Original geforderte Feinheit ('reib in clain') ist ein Passiergerät oder ein feines Sieb ideal; alternativ ein leistungsstarker Mixer, um eine samtige, klümpchenfreie Konsistenz zu erreichen. Als Startpunkt für den Käse nimmst du etwa 100-150g eines milden, gut schmelzenden Käses (z.B. junger Gouda, Fontina oder ein cremiger Ziegenfrischkäse) auf 500g Fenchel. Der Käse wird unter das noch warme, geriebene Fenchelmus gemischt, bis er vollständig geschmolzen und eingearbeitet ist. Der häufigste Fehler ist eine zu grobe Textur des Fenchels oder ein Übersalzen durch die Brühe und den Käse - probiere daher immer wieder und salze erst ganz am Ende vorsichtig nach.
So wird es richtig gut. Die Qualität der Brühe ist entscheidend für den Geschmack des Mus. Verwende eine selbstgemachte Hühner- oder Kalbsbrühe. Für die Wachteln gilt: außen knusprig gebraten, innen saftig. Brate sie in Schmalz oder Butterschmalz goldbraun an und lasse sie bei milder Hitze garziehen. Die Wachtelleber brätst du nur ganz kurz und kräftig an, damit sie außen leicht karamellisiert und innen noch zart ist. Das Mus sollte warm, die Wachteln heiß serviert werden. Ein Hauch von weißem Pfeffer oder frisch geriebener Muskatnuss kann das Fenchel-Käse-Mus geschmacklich abrunden. Richte das Mus als Spiegel an, setze die Wachtel darauf und platziere die Leber dekorativ, bevor du das Schmalz in die Mitte gibst.
Wachteln sind heute bei gut sortierten Metzgern, Geflügelhändlern oder im Online-Handel erhältlich. Achte auf die Herkunft und Qualität.
Ja, dieses Gericht ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Wachteln können über dem Feuer gebraten werden, und das Fenchelmus lässt sich einfach zubereiten. Frische Wachteln und Käse erfordern jedoch eine Kühlkette.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Regensburger Kochbuch' (Cgm 5919), das um 1500-1510 in Regensburg verfasst wurde. Es repräsentiert die gehobene bürgerliche Küche dieser Zeit und Region.
'Prein' bezeichnet im Frühneuhochdeutschen einen Brei, Mus oder Püree. In diesem Rezept ist es ein fein geriebenes Fenchel-Käse-Mus.
Mus, Brei oder Püree. Hier aus Fenchel und Käse zubereitet.
Fleischbrühe. Im Mittelalter oft aus Rind oder Huhn gekocht.
Guter Käse, vermutlich ein milder, gut schmelzender Käse wie junger Gouda oder ein Frischkäse.
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Kann auch Butter oder Pflanzenöl sein.
Gebratene Wachteln. Das Rezept geht davon aus, dass diese bereits zubereitet sind.
Die Leber der Wachteln, die oft mitgebraten und als Delikatesse serviert wurde.
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