Wo Mittelalter stattfyndet. Where medieval times happen.
Im Viewer öffnenIm Viewer öffnen ÜbersetzenTranslate DokumentDruckversion DokumentTEI-XML

Gebratene Hammelschulter mit Petersilie

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

LagerkücheLagerküche-tauglichMittelKorrekturBearbeitungsstand 5/10Bürgerliche KücheBürgerlich
Zubereitungszeit25 Min.Portionen4-6 PersonenBuchMénagier de Paris (~1393)

Brate eine Hammelschulter. Würze sie mit feinem Salz, Verjus und Essig. Spieße die Schulter zuerst auf und drehe sie vor dem Feuer, bis sie ihr Fett abgegeben hat. Spicke sie dann mit Petersilie, aber nicht früher. Denn würdest du sie früher spicken, so würde die Petersilie verbrennen, ehe die Schulter gar gebraten ist.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Mouton rosty Hammelschulter (ca. 1,5-2 kg) 1 Metzger Lammkeule
sel menu Feines Salz - - -
vertjus Verjus - Feinkostladen / Online Weißweinessig / Zitronensaft
vinaigre Essig - - -
percil Petersilie - - -
Was bedeutet 'Verjus' und wo bekomme ich ihn?

Verjus ist der Saft unreifer Weintrauben, der als Säuerungsmittel ähnlich wie Essig oder Zitrone verwendet wird, aber ein fruchtigeres Aroma hat. Du findest ihn in gut sortierten Feinkostläden oder online. Alternativ kannst du Weißweinessig oder Zitronensaft verwenden, beachte jedoch, dass der Geschmack leicht abweicht.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, hervorragend geeignet. Es erfordert lediglich einen Spieß und ein offenes Feuer. Die Zubereitung ist direkt am Lagerfeuer möglich.

Was bedeutet 'mit Petersilie spicken'?

Das Spicken (Lardieren) bedeutet hier, kleine Löcher in das Fleisch zu schneiden und Petersilienstängel oder -blätter hineinzustecken. Dies dient dazu, dem Fleisch Aroma zu verleihen und es saftig zu halten. Traditionell wird oft Speck zum Spicken verwendet, hier jedoch Kräuter.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Ménagier de Paris. Haushaltsbuch eines Pariser Bürgers (~1393). Enthält rund 380 Rezepte sowie Anleitungen zu Falknerei, Gartenbau und Haushaltsführung.

Mouton rosty, au sel menu et au vertjus et vinaigre. L'espaule soit premiere enbrochee, et tournee devant le feu jusques a ce qu'elle ait gecté sa gresse. Puis soit lardee de percil, et non plus tost - car qui plus tost la larderoit le percil s'arderoit avant que l'espaulle feust rotye.
Mouton rosty

Gebratenes Hammelfleisch

sel menu

Feines Salz

vertjus

Saft unreifer Weintrauben

percil

Petersilie

lardee

Gespickt (hier mit Kräutern, nicht Speck)

Handschrift
Le Ménagier de Paris
Folio
Fol. 148r
Sprache
Moyen Français
Entstehung
Paris, 1393

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

vertjusverjuice Q1060458
vinaigrevinegar Q41354

Originalwerk (~1393) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 148r, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)
Transkription
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon - TEI P5, Lizenz Etalab Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Für dieses Rezept benötigst du einen stabilen Spieß und ein offenes Feuer.
Alle Rezepte aus Ménagier de Paris Alle Kochbücher

Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.

Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.

Stand dieser Fassung: 01.05.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.