Wo Mittelalter stattfyndet. Where medieval times happen.
Im Viewer öffnenIm Viewer öffnen ÜbersetzenTranslate DokumentDruckversion DokumentTEI-XML

Rinderrouladen mit Mark und Fett

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

RindHauptspeise · RindLagerkücheLagerküche-tauglichMittelKorrekturBearbeitungsstand 5/10Bürgerliche KücheBürgerlich
Zubereitungszeit60 Min.Portionen2-4 PersonenBuchMénagier de Paris (~1393)

Bereitet dünne Scheiben vom Fleisch der Rinderkeule. Umwickelt darin sorgfältig Rindermark und Rinderfett. Spießt die gefüllten Röllchen auf einen Bratspieß, bratet sie über offenem Feuer und verzehrt sie mit Salz.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
char du trumel Rinderkeule 500 g Metzger -
mouelle Rindermark 100 g Metzger -
gresse de beuf Rinderfett 50 g Metzger -
sel Salz - - -
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, hervorragend geeignet. Es erfordert lediglich einen Spieß und offenes Feuer oder eine gute Glut zum Braten. Die Zutaten sind robust und lassen sich gut transportieren.

Was bedeutet 'Allouyaux de beuf' im Rezept?

"Allouyaux" bezeichnete ursprünglich ein edles Stück Rindfleisch, wie die Lende oder das Filet. In diesem Rezept wird jedoch das Fleisch der Keule verwendet, was darauf hindeutet, dass der Begriff hier eher die Zubereitungsart (gefüllte Röllchen) als einen spezifischen Schnitt beschreibt.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Ménagier de Paris. Haushaltsbuch eines Pariser Bürgers (~1393). Enthält rund 380 Rezepte sowie Anleitungen zu Falknerei, Gartenbau und Haushaltsführung.

Allouyaux de beuf. Faictes lesches de la char du trumel, et envelopez dedens mouelle et gresse de beuf; embrochiez, rostissiez et mengiez au sel.
Allouyaux de beuf

Ursprünglich eine Bezeichnung für ein hochwertiges Stück Rindfleisch wie Lende oder Filet. Im Rezept wird jedoch das Fleisch der Keule verwendet, was auf eine flexiblere Auslegung des Begriffs oder eine spezifische Zubereitungsart hindeutet.

lesches

Dünne Scheiben.

char du trumel

Das Fleisch der Rinderkeule.

mouelle

Knochenmark, das für Geschmack und Saftigkeit sorgt.

gresse de beuf

Rinderfett, das ebenfalls zur Geschmacksintensivierung und Bindung dient.

embrochiez

Auf einen Spieß stecken.

rostissiez

Über offenem Feuer oder Glut braten.

Handschrift
Le Ménagier de Paris
Folio
Fol. 148r
Sprache
Moyen Français
Entstehung
Paris, 1393

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

seltable salt Q11254

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartchar du trumel

Gewählte Lesart: Rindermark

Lesartmouelle

Gewählte Lesart: Mark

Lesartgresse de beuf

Gewählte Lesart: Rinderfett

Originalwerk (~1393) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 148r, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)
Transkription
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon - TEI P5, Lizenz Etalab Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Benötigt einen Spieß und offenes Feuer. Zutaten können leicht transportiert werden.
Alle Rezepte aus Ménagier de Paris Alle Kochbücher

Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.

Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.