Wel ende edelike spijse · Gent, Flandern · 1475
Nimm das Fleisch von Hechtrücken, gut geriebenen Safran und weißes Mehl. Vermenge alles mit Wein zu einem Teig. Schneide Feigen in den Teig. Erhitze wallendes Schmalz und backe die Struven darin aus.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| die rugghen van snouken | Hechtrücken | - | Fischhändler | Welsfilet (Zucht) |
| soffraen wel ghe wreuen | Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| wit meel | Weizenmehl | - | - | - |
| wijne | Wein | - | - | - |
| vygen | Feigen | - | - | - |
| wallende smout | Schmalz zum Frittieren | - | - | - |
Nein, nicht ideal. Die Verwendung von frischem Fisch erfordert eine durchgehende Kühlung, die im Lager oft nicht gegeben ist. Zudem erfordert das Frittieren in wallendem Fett eine kontrollierte Hitzequelle und eine sichere Umgebung, die am offenen Feuer schwierig zu gewährleisten ist. Bereite dieses Gericht besser zu Hause vor.
„Smout“ bezeichnet im Mittelniederländischen allgemein Fett. In einem Fastenrezept wie diesem ist davon auszugehen, dass es sich um ein pflanzliches Öl (z.B. Rapsöl, Leinöl) oder Fischfett handelt, da tierisches Schmalz (von Schwein oder Rind) an Fastentagen nicht erlaubt war.
„Struven“ sind eine Art frittiertes Gebäck, vergleichbar mit modernen Krapfen oder Frittern. Sie waren im Mittelalter in verschiedenen süßen und herzhaften Varianten verbreitet und wurden oft mit Früchten, Gewürzen oder auch Fleisch/Fisch zubereitet.
Dieses Rezept stammt aus dem Von guten und edlen Speisen (Wel ende edelike spijse) (Gent, Flandern). Älteste erhaltene mittelniederländische Rezeptsammlung (~1475). Handschrift UB Gent 1035, 62 Rezepte in zwei Kapiteln - vollständig erhalten, kein Fragment. Höfische Küche des spätmittelalterlichen Flandern: Geflügel, Wild, Fisch, Pasteten und Saucen.
Fasten-Krapfen oder Fasten-Fritter. „Struven“ sind eine Art frittiertes Gebäck.
Das Fleisch vom Rücken des Hechts. „Snouken“ ist Hecht.
Gut gerieben oder gemahlen, meist im Mörser.
Vermengt, angerührt oder mit Flüssigkeit verdünnt.
Siedendes oder wallendes Fett, hier zum Frittieren.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| soffraen wel ghe wreuen | saffron Q25434 |
| wijne | wine Q282 |
| vygen | fig Q2746643 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
smout
Gewählte Lesart: Pflanzenöl oder Fischfett zum Frittieren.
Andere mögliche Lesart:
rugghen van snouken
Gewählte Lesart: Das Fleisch vom Rücken des Hechts, fein zerzupft oder zerstoßen.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.