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Gebratene Kleinfische mit Grüner Sauce

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Bürgerliche KücheBürgerlichFischFastenspeise
Zubereitungszeit20 Min.Portionen2-4 PersonenBuchMénagier de Paris (~1393)

Nimm Plötzen und Rotfedern. Dies ist ein Frittiergericht. Die Fische müssen ausgenommen, dann mit Mehl bestäubt und anschließend in heißem Fett frittiert werden. Serviere sie mit Grüner Sauce.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Gardons et rosses 500 g Kleinfische (z.B. Plötzen, Rotfedern) Fischhändler, Angler -
enfleurer 100 g Weizenmehl - -
frire 500 ml Pflanzenöl oder Schmalz zum Frittieren - -
saulse vert Grüne Sauce (separat zubereiten) - -

Welches Gericht ist das? Frittierte Kleinfische mit grüner Sauce - die mittelalterliche Variante des "fritto misto" aus dem Fluss. Bei Martino steht das praktisch identisch (mar-242 gebratene Lasche, mar-243 Lactarini, mar-207 Fraolino: kleine Fische backen/braten/frittieren, dazu grüne Sauce). Die säuerlich-kräutrige saulse vert schneidet das Fett des Frittierten - dieselbe Logik wie Zitrone zum Backfisch.

Der Ablauf (effondrer, enfleurer, frire). Drei knappe Verben: effondrer = ausnehmen, enfleurer = in Mehl wälzen ("bemehlen", von fleur de farine, dem feinen Mehl), frire = in heißem Fett ausbacken. Mehr Anleitung braucht der Monsieur nicht - das Verfahren war jedem geläufig.

Welche Fische? Gardons sind Rotaugen/Plötzen, rosses Rotfedern - kleine, grätenreiche Weißfische, die ganz frittiert mitsamt den weichgebackenen kleinen Gräten gegessen wurden. Ersatzweise alle kleinen Süßwasserfische.

Praxis. Fische ausnehmen, trockentupfen, in Mehl wälzen, überschüssiges Mehl abklopfen und in reichlich heißem Fett (Pflanzenöl oder Schmalz, ca. 170-180 °C) goldbraun ausbacken. Salzen und sofort mit kalter grüner Sauce servieren.

Wo bekomme ich Plötzen und Rotfedern?

Diese kleinen Süßwasserfische sind manchmal beim Fischhändler erhältlich oder können selbst geangelt werden. Alternativ können auch andere kleine, grätenarme Süßwasserfische wie kleine Forellen oder Barsche verwendet werden.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Es benötigt lediglich eine Pfanne und ausreichend Fett, um die Fische über offenem Feuer zu frittieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es gibt Einblicke in die bürgerliche Küche des späten Mittelalters.

Was ist eine 'Grüne Sauce' im mittelalterlichen Kontext?

Eine Grüne Sauce (Sauce Verte) war im Mittelalter eine beliebte Kräutersauce. Sie wurde typischerweise aus frischen grünen Kräutern (wie Petersilie, Salbei, Minze), Brot, Essig oder Verjus und Gewürzen im Mörser zubereitet und durch ein Tuch passiert.

Gardons et rosses. C'est friture, et les couvient effondrer, puis enfleurer, puis frire; mengier a la saulse vert.
effondrer

Ausnehmen, entweiden.

enfleurer

In Mehl wälzen/bemehlen, von fleur de farine (feines Mehl) - die Mehlhülle vor dem Frittieren.

friture

Frittiergericht, in reichlich heißem Fett ausgebacken.

saulse vert

Grüne Sauce, eine kalte Kräutersauce mit Essig/Verjus, die das Fett des Frittierten schneidet.

Handschrift
Le Ménagier de Paris
Folio
Fol. 152v
Sprache
Moyen Français
Entstehung
Paris, 1393

Originalwerk (~1393) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 152v, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)
Transkription
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon - TEI P5, Lizenz Etalab Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Über offenem Feuer in einer Pfanne mit reichlich Fett gut machbar. Die grüne Sauce kann kalt vorbereitet mitkommen.
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