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Apfelküchlein mit Hefe

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

DessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichMittelKorrekturBearbeitungsstand 7/10Höfische KücheHofkücheVeganVegan
Zubereitungszeit45 Min.Portionen4-6 PersonenBuchLibro de Arte Coquinaria (~1465)

Schäle und reinige die Äpfel sehr gründlich. Koche sie dann entweder in Wasser weich oder gare sie unter der Glut. Entferne das harte Kerngehäuse. Zerstoße die weichen Äpfel sehr fein im Mörser. Gib ein wenig Hefe, etwas feines Mehl und Zucker hinzu. Forme daraus Küchlein und frittiere sie in gutem Öl.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
poma Äpfel - -
lievito Hefe Supermarkt -
fiore di farina Feines Weizenmehl - -
zuccaro Zucker - -
bono olio Pflanzenöl - -
Was bedeutet 'unter der Glut garen'?

Die Äpfel werden direkt in der Asche oder unter einer Schicht heißer Holzkohleglut gebacken, bis sie weich sind. Alternativ kannst du sie auch in einem Topf mit Wasser kochen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Äpfel können direkt über oder in der Glut gegart werden, und das Frittieren ist über offenem Feuer gut machbar. Alle Zutaten sind leicht zu transportieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem „Libro de Arte Coquinaria“ von Maestro Martino da Como, verfasst um 1465 in Norditalien. Es ist eines der bedeutendsten Kochbücher des 15. Jahrhunderts und bietet Einblicke in die gehobene Küche der Renaissance.

Was ist mit 'fiore di farina' gemeint?

„Fiore di farina“ bedeutet wörtlich „Blume des Mehls“ und bezeichnet das feinste, hellste Weizenmehl, das durch mehrfaches Sieben gewonnen wurde. Es entspricht unserem heutigen feinen Weizenmehl Type 405 oder 550.

[Altre frittelle di pomi.] Monda et netta le poma molto bene, et falle cocere allesso o sotto la brascia, et cavatene fora quello duro di mezo pistarale molto bene et inseme gli mettirai un poco de lievito et un poco di fiore di farina, et del zuccaro; et fa' le frittelle frigendole in bono olio.
poma

Äpfel

allesso

Gekocht, gesotten

sotto la brascia

Unter der Glut (gebacken/gebraten)

pistarale

Zerstoßen, im Mörser zerkleinern

lievito

Hefe

fiore di farina

Feinstes Mehl (wörtlich: 'Blume des Mehls')

frigendole

Frittieren

Handschrift
Libro de arte coquinaria
Folio
Fol. 45r
Sprache
Frühitalienisch (15. Jh.)
Entstehung
Norditalien, 1465

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartallesso o sotto la brascia

Gewählte Lesart: „entweder in Wasser weich kochen oder unter der Glut garen“. Dies ist eine direkte Übersetzung der beiden Optionen.

Lesartpistarale molto bene

Gewählte Lesart: „zerstoße die weichen Äpfel sehr fein im Mörser“. Dies ist die gängige Methode im Mittelalter, um eine feine Paste zu erhalten.

Andere mögliche Lesart:

  • Zerdrücke die Äpfel sehr gut mit einer Gabel oder einem Stampfer - Für eine weniger feine Textur oder ohne Mörser ist dies eine praktikable moderne Alternative.

Lesartlievito

Gewählte Lesart: „Hefe“. Die direkte Übersetzung des italienischen Wortes.

Andere mögliche Lesart:

  • Sauerteig - Hefe war im Mittelalter oft in Form von Sauerteig oder Bierhefe verfügbar. Die Wirkung wäre ähnlich.

Originalwerk (~1465) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 45r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain
Transkription
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Äpfel können am Lager über Glut gegart und zerdrückt werden. Die Zutaten sind gut transportierbar.
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Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.

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