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Brauner Erbsbrei

Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460

LesartRekonstruktion aus ZutatenlisteBeilageBeilageLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10BeilageBeilageVorspeiseBrei / MusHöfische KücheHofkücheHülsenfrüchteHülsenfrüchteVeganVegan
Zubereitungszeit40 Min.Portionen4 PersonenBuchTegernseer Speisenbuch (~1460)

Brauner Erbsbrei: 3 Becher Wein, 4 Brote, Pfeffer, Gewürz.

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
arbas getrocknete Schälerbsen 250 g Supermarkt -
3 trinkel wein Weißwein 250 ml - -
4 prot geröstetes Weißbrot 2 Scheiben - -
pfeffer, gewürz Pfeffer und Gewürze nach Geschmack - - -

Welches Gericht ist das? Ein dunkler, herzhafter Erbsbrei - der ältere Bruder unseres Erbspürees und nahe verwandt mit dem heutigen Erbseneintopf. Im Korpus steht er zwischen dem gelben Erbsbrei (teg-027) und den Erbsmusen anderer Bücher (kkm-048, mha-271).

Was "braun" bedeutet. Der praun arbas mues wird durch das mitgekochte, geröstete Brot und das kräftige Würzen dunkler und deftiger als der gelbe Erbsbrei (teg-027) - kein eigener Färbeschritt, sondern Folge der Röstung. Erbsen werden in der Quelle wie üblich nur über den Gerichtnamen belegt; Wein, Brot und Würze sind beziffert.

Brotbindung. Gebunden wird zeittypisch mit Brot, nicht mit Mehl: Das geröstete Brot zieht im heißen Wein durch, kocht kurz mit und wird zusammen mit den Erbsen passiert - so bindet es glatt, ohne dass harte Brocken bleiben.

Praxis. Etwa 250 g getrocknete Schälerbsen weich kochen und durch ein Sieb treiben. Zwei Scheiben geröstetes Weißbrot in rund 250 ml heißem Weißwein einweichen, kurz mitkochen und mit den Erbsen zusammen passieren. Kräftig mit Pfeffer und weiteren Gewürzen abschmecken. Im Kloster ein häufiger letzter Gang.

Wozu wurde Erbsbrei gegessen?

Erbsbrei (gelb oder braun) war ein sättigender, eiweißreicher Grundpfeiler der Fasten- und Alltagsküche und erscheint im Speiseplan oft als letzter Gang.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.

praun arbas mues: 3 trinkel wein, 4 prot, pfeffer, gewürz.
praun arbas mues

Brauner Erbsbrei - durch das geröstete Brot und kräftiges Würzen dunkler und herzhafter als der gelbe Erbsbrei.

trinkel

Historisches Flüssigkeitsmaß (Trinkmaß/Becher), hier der einzige Mengen-Anker für den Wein. Die angegebenen Haushaltsmengen sind küchenpraktisch geschätzt, nicht exakt linear aus der 40-Personen-Liste abgeleitet.

Handschrift
Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)
Folio
fol. 52r
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)
Entstehung
Kloster Tegernsee, Bayern, 1460

Originalwerk (~1460) gemeinfrei.

Bildquelle
Tegernseer Speisenbuch, BSB Cgm 8137, fol. 52r - Münchener Digitalisierungszentrum Quelle öffnen
Transkription
BSB Cgm 8137, Kochbüchlein (fol. 45r-85r). Edition: Anton Birlinger, Kalender und Kochbüchlein aus Tegernsee, Germania 9 (1864), S. 192-207. Gemeinfrei. Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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