Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460
Gelber Erbsbrei: 2 Maß Wein, 4 Semmeln, 4 Brote, Gewürz.
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| arbas | getrocknete Schälerbsen | 250 g | Supermarkt | - |
| 2 maß wein | Weißwein | 250 ml | - | - |
| 4 semel, 4 prot | geröstetes Weißbrot/Semmel | 3 Scheiben | - | - |
| gewürz | Gewürze nach Geschmack, ggf. Safran zum Gilben | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
Welches Gericht ist das? Der milde Gegenpart zum braunen Erbsbrei (teg-026) - ein goldgelbes Erbspüree, naher Verwandter des heutigen Erbspürees und Erbseneintopfs. Im Korpus gehört er zur klösterlichen Erbsmus-Reihe (kkm-048, mha-271).
Woher das Gelb kommt. Gelbarbasmues - das Gelb steckt schon im Namen und stammt zunächst aus den gelben Schälerbsen selbst. Die Quelle nennt nur unspezifisch gewürz; ein Färbemittel ist nicht belegt. Safran zum Vertiefen der Farbe ist für diese Zeit period-typisch und naheliegend, aber eine Setzung der Rekonstruktion - kein Quellenbeleg.
Brot und Wein. Gebunden wird zeittypisch mit geröstetem Brot und Semmel, nicht mit Mehl. Der Wein wird angegossen und kurz mit dem Brei aufgekocht, damit Säure und Alkohol mildern. Erbsen sind nur über den Gerichtnamen belegt, ihre Menge und Garweise sind erschlossen.
Praxis. Etwa 250 g getrocknete Schälerbsen weich kochen und durch ein Sieb treiben. Mit rund drei Scheiben geröstetem Weißbrot beziehungsweise Semmel binden, etwa 250 ml Weißwein angießen und kurz mit dem Brei aufkochen. Mild abwürzen; wer mag, gibt eine Prise Safran für ein satteres Gold dazu.
Getrocknete Schälerbsen, wie sie das Kloster ganzjährig vorrätig hatte. Vorher einweichen verkürzt die Kochzeit.
Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.
Gelber Erbsbrei - milder als der braune (teg-026). Das Gelb steckt bereits in den gelben Schälerbsen; ein Färbemittel nennt die Quelle nicht.
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