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Tegernseer Speisenbuch (Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch))

Kloster Tegernsee, Bayern, 1453-1534 · Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)

Gelber Erbsbrei

Moderne Übersetzung

Gelber Erbsbrei: 2 Maß Wein, 4 Semmeln, 4 Brote, Gewürz.

Zutaten

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
arbas getrocknete Schälerbsen 250 g Supermarkt -
2 maß wein Weißwein 250 ml - -
4 semel, 4 prot geröstetes Weißbrot/Semmel 3 Scheiben - -
gewürz Gewürze nach Geschmack, ggf. Safran zum Gilben - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Der milde Gegenpart zum braunen Erbsbrei (teg-026) - ein goldgelbes Erbspüree, naher Verwandter des heutigen Erbspürees und Erbseneintopfs. Im Korpus gehört er zur klösterlichen Erbsmus-Reihe (kkm-048, mha-271).

Woher das Gelb kommt. Gelbarbasmues - das Gelb steckt schon im Namen und stammt zunächst aus den gelben Schälerbsen selbst. Die Quelle nennt nur unspezifisch gewürz; ein Färbemittel ist nicht belegt. Safran zum Vertiefen der Farbe ist für diese Zeit period-typisch und naheliegend, aber eine Setzung der Rekonstruktion - kein Quellenbeleg.

Brot und Wein. Gebunden wird zeittypisch mit geröstetem Brot und Semmel, nicht mit Mehl. Der Wein wird angegossen und kurz mit dem Brei aufgekocht, damit Säure und Alkohol mildern. Erbsen sind nur über den Gerichtnamen belegt, ihre Menge und Garweise sind erschlossen.

Praxis. Etwa 250 g getrocknete Schälerbsen weich kochen und durch ein Sieb treiben. Mit rund drei Scheiben geröstetem Weißbrot beziehungsweise Semmel binden, etwa 250 ml Weißwein angießen und kurz mit dem Brei aufkochen. Mild abwürzen; wer mag, gibt eine Prise Safran für ein satteres Gold dazu.

fyndling.de/rezepte/teg-027/