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Gerste in klarer Erbsbrühe

Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460

LesartRekonstruktion aus ZutatenlisteBeilageBeilageLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachHöfische KücheHofkücheVeganVegan
Zubereitungszeit45 Min.Portionen4 PersonenBuchTegernseer Speisenbuch (~1460)

Original - Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)

Gerste in klarer Erbsbrühe - Originalseite aus Tegernseer Speisenbuch
Tegernseer Speisenbuch, BSB Cgm 8137, fol. 53r (Nachbarseite des §12-Mengenteils) - Münchener Digitalisierungszentrum

Transkription - Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)

[§12] gersten auß ainer lautteren prie: nim 2 scheffel; rutschhart: 3 scheffel gersten und arbaßbrie, gilbt und gewürzt.

BSB Cgm 8137, Kochbüchlein §12 (letztes Drittel). Edition: Anton Birlinger, Germania 9 (1864), S. 207. Gemeinfrei.

Moderne Übersetzung

LagerkücheLagerküche-Tipp: Gerste robust; klare Erbsbrühe fällt beim Erbskochen ohnehin an.

Koche Gerste in einer klaren Erbsbrühe (dem abgeseihten Sud gekochter Erbsen) weich. Eine schlichte Gersten-Beilage aus dem Tegernseer Mengenteil - der eigene Eintrag lautet nur „gersten auß ainer lautteren prie: nim 2 scheffel".

Hinweis: Das Tegernseer Original ist nur knapp notiert (Mengenteil §12); die Zubereitung ist hier nachkochbar rekonstruiert. Der direkt benachbart notierte Rutschhart-Eintrag (teg-011) nennt zusätzlich Safrangilbung und Gewürze, gehört aber zu einem eigenständigen Gericht.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
gersten 200 g Gerste/Graupen Supermarkt -
arbaßbrie 800 ml klare Erbsbrühe (Sud gekochter Erbsen) - -
1 Prise Safran (Analogie aus benachbartem Rutschhart-Eintrag; im eigenen Eintrag nicht genannt) gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -
Salz, Gewürze nach Geschmack (Analogie aus benachbartem Rutschhart-Eintrag; im eigenen Eintrag nicht genannt) - -

Anmerkungen

lautteren prie

„Klare Brühe" - hier die abgeseihte, klare Erbsbrühe (arbaßbrie), in der die Gerste gegart wird.

arbaßbrie

Erbsbrühe - der Kochsud von Erbsen. Das Wort steht im direkt benachbarten Rutschhart-Eintrag (teg-011); teg-051's eigene Zeile spricht von „lautteren prie" (klarer Brühe). Die Gleichsetzung beider Begriffe ist naheliegend, aber eine interpretierende Entscheidung.

Häufige Fragen

Woher die Erbsbrühe?

Vom Kochen getrockneter Erbsen: den Sud abseihen, sodass eine klare, herzhafte Brühe bleibt, in der dann die Gerste gegart wird. So wird zugleich ein Erbsgericht (z.B. teg-026/027) und diese Gerstenbeilage daraus gewonnen.

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