Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460
Koche Gerste und Erbsen zusammen in reichlich Brühe sehr weich, bis ein dicker, sämiger Brei entsteht. Würze kräftig. Eine sättigende, eiweißreiche Fasten-Hauptspeise.
Hinweis: Das Tegernseer Original nennt nur den Speisennamen in einer Liste; die Zubereitung ist hier nachkochbar rekonstruiert.
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gersten | Gerste/Graupen | 150 g | Supermarkt | - |
| arbeß | getrocknete Schälerbsen | 150 g | Supermarkt | - |
| Wasser oder fleischlose Brühe (für Fastenzeit/vegane Zubereitung) | 1 l | - | - | |
| gewürz | Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein dicker Gersten-Erbsen-Eintopf - die klösterliche Sattmacher-Speise schlechthin, Hülsenfrucht plus Getreide für vollwertiges Eiweiß. Lebende Verwandtschaft: die bayerische Erbsensuppe mit Graupen und der norddeutsche Graupeneintopf; auch der Menagier kennt die Gersten-Linie (men-297, Gersten-Tisane).
Vicztamb. Ein nicht restlos geklärter Begriff; der Sprachforscher Schmeller deutete ihn im 19. Jh. als dicke Gersten-Erbsen-Suppe und verglich ihn mit einer "Rumford-Suppe", einer sättigenden Armensuppe der Münchner Armenpflege. Im Speisenbuch steht er in der Liste "Ander speis für das lest" neben anderen Erbsgerichten - die Wortdeutung bleibt unsicher.
Praxis. Je ca. 150 g Gerste/Graupen und getrocknete Schälerbsen zusammen in ca. 1 l Wasser oder fleischloser Brühe sanft köcheln, bis beides sehr weich ist und der Brei dick bindet (gut 60 Minuten, Graupen geben Stärke ab und machen sämig). Kräftig mit Salz, Pfeffer und Gewürzen abschmecken. Für die Fastenzeit/vegan mit Wasser oder Gemüsebrühe.
Ein nicht restlos geklärter Begriff für einen dicken Gersten-Erbsen-Eintopf. Schmeller deutet ihn als eine Art kräftige, sämige Suppe aus Gerste und Erbsen - ein typisches sättigendes Fastengericht des Klosters.
Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.
Wort unsicher; laut Schmeller eine Art dicke Gersten-Erbsen-Suppe (er vergleicht sie mit einer „Rumford-Suppe", einer sättigenden Armensuppe). Im Speisenbuch in der Liste „Ander speis für das lest" gelistet.
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