Koch vnd Kellermeysterey von allen Speisen vnd Getrencken · Frankfurt am Main · 1574
Stoße eine Handvoll Petersilie mit Wasser und Weißbrotbröseln in einem Mörser. Treibe die entstandene Masse durch ein Tuch, um eine grüne Flüssigkeit oder feine Paste zu erhalten. Bereite einen dünnen Pfannkuchenteig mit Eiern und Mehl zu und salze ihn nicht zu stark. Mische die passierte Petersilienmischung unter den Teig. Verteile den grünen Teig dann dünn in einer Pfanne und backe die Streublin aus.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Peterlin | Eine Handvoll Petersilie | - | - |
| Wasser | Etwas Wasser | Leitung | - |
| Weisbrotbrosam | Weißbrotbrösel | - | - |
| Eyer | Eier | - | - |
| Mehl | Mehl | - | - |
| versaltz nicht | Salz | - | - |
Welches Gericht ist das? Grüne Ausbackküchlein - dünn in die Pfanne gestreute Fritter aus einem mit Petersiliensaft grün gefärbten Teig. Sie gehören zur großen Familie der Strauben und Küchlein, der mittelalterlichen Schmalzgebäcke, und sind eng verwandt mit den gebackenen Petersilien-Küchlein desselben Buches (kkm-087).
Strauben, nicht Pfannkuchen. Straubenteiglin meint einen dünnflüssigen Ausbackteig (Straubenteig), wie er für in Fett gebackene Strauben verwendet wird - nicht den dicken Rührteig moderner Pfannkuchen. Das Grün kommt aus Petersilie, die mit etwas Wasser und Weißbrotbröseln im Mörser zerstoßen und durch ein Tuch getrieben wird; das Brot bindet den Saft und gibt eine feine, tiefgrüne Paste (die periodengetreue grüne Speisefarbe - Petersiliensaft, kein moderner Behelf).
zettel. Zettel heißt streuen, ausbreiten: der grüne Teig wird dünn in die heiße Pfanne gegossen und ausgebacken, nicht dick gehäuft. Versaltz nicht - nur sparsam salzen.
Praxis. Eine Handvoll Petersilie mit etwas Wasser und 1-2 EL Weißbrotbröseln fein mörsern, durch ein Tuch passieren. Einen dünnen Ausbackteig aus Eiern und Mehl anrühren, leicht salzen, die grüne Paste einrühren. Dünn in heiße Butter oder Schmalz gießen und beidseitig hellgrün-goldbraun ausbacken. Ergibt ein leuchtend grünes Fasten- und Beilagengebäck.
Der im Rezept genannte 'Mörser' war im Mittelalter oft ein großer Fleischmörser. Für dieses Rezept genügt jedoch ein kleinerer Gewürzmörser, um die Petersilie zu zerstoßen. Alternativ kannst du die Petersilie auch sehr fein hacken oder in einem modernen Mixer pürieren.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung ist unkompliziert. Die Petersilie kann vorab gehackt oder frisch mitgebracht werden. Das Passieren durch ein Tuch ist auch im Lager einfach umzusetzen. Die Pfannkuchen lassen sich schnell über offenem Feuer oder auf einem Kocher backen.
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch 'Koch und Kellermeisterei', das um 1574 in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde. Es ist ein Beispiel für die bürgerliche Küche der frühen Neuzeit, die bereits eine größere Vielfalt an Zutaten und Zubereitungsarten kannte.
'Streublin' bezeichnet eine Art dünnen Pfannkuchen oder Fritter. Der Name leitet sich vom 'Streuen' des Teiges in die Pfanne ab. Sie waren eine beliebte, einfache Speise, die sowohl süß als auch herzhaft zubereitet werden konnte.
Dünn in die Pfanne gestreute Ausbackküchlein; der Name kommt vom Streuen des Teigs.
Dünnflüssiger Ausbackteig (Straubenteig), nicht der dicke Teig moderner Pfannkuchen.
Streuen, dünn ausbreiten - hier: den Teig dünn in die Pfanne gießen.
Die durchs Tuch passierte (grüne) Petersilienpaste.
Nicht zu stark salzen.
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