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Gelee von Schweinebeinen

Wel ende edelike spijse · Gent, Flandern · 1475

VorspeiseVorspeiseLesartViel InterpretationsspielraumMittelKorrekturBearbeitungsstand 6/10Höfische KücheHofküche
Zubereitungszeit285 Min.Portionen6-8 PersonenBuchVon guten und edlen Speisen (Wel ende edelike spijse) (~1475)

Nimm die Schweinebeine und koche sie gründlich in Wasser. Lasse sie danach abkühlen. Nun löse die Sehnen von den Beinen und Füßen und zerstoße sie fein in einem Mörser.

Vermische diese Masse mit Wein und dem Kochsud der Beine und lasse sie schmelzen. Dann lasse alles lange sieden, bis es gut eingedickt ist. Gib gemahlenen Safran, Ingwer, Zimt und Nelken hinzu. Vermenge diese Gewürze mit dem Kochsud und gieße die Mischung über die vorbereiteten Schweinebeine in hölzerne Schalen. Lasse das Gelee vollständig erkalten und fest werden.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
swijnen beene Schweinebeine - Metzger -
watere Wasser - Leitung -
wijne Wein - - -
soffraen Safran (gemahlen) - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -
ghingebare Ingwer (gemahlen) - - -
Caneele Zimt (gemahlen) - - -
nagelkins Nelken (gemahlen) - - -
Wo bekomme ich Schweinebeine?

Schweinebeine sind beim Metzger erhältlich. Es empfiehlt sich, diese vorzubestellen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein. Gelee benötigt eine durchgehende Kühlung, um sicher zu sein und richtig fest zu werden. Es sollte zu Hause vorbereitet werden.

Was ist ein 'Mörser' - brauche ich einen Mörser und Stößel?

Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein ‚Mörser‘ ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall, nicht der kleine Gewürzmörser. Er diente dazu, Fleisch, Sehnen oder andere Zutaten zu einer feinen Paste zu zerstoßen. Für die moderne Küche kannst du stattdessen eine Küchenmaschine oder einen starken Blender verwenden, um die Sehnen fein zu pürieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Von guten und edlen Speisen (Wel ende edelike spijse) (Gent, Flandern). Älteste erhaltene mittelniederländische Rezeptsammlung (~1475). Handschrift UB Gent 1035, 62 Rezepte in zwei Kapiteln - vollständig erhalten, kein Fragment. Höfische Küche des spätmittelalterlichen Flandern: Geflügel, Wild, Fisch, Pasteten und Saucen.

Geleye vp swijnen beene ziedse wel in watere ende dan vercoelse ende dan neemt die zenuwen vanden beene ende vanden voeten ende wrijfse wel in eenen murzele ende dan temperet met wijne ende vanden bruwette van den beenen ende doet liden ende dan doet lange zieden ende hebt soffraen ende ghingebare Caneele ende nagelkins al ghemalen tempert metten bru wette ende doet vp de beenen in houten platteelen ende latet vercoelen
Geleye

Gelee, Aspik oder Sülze.

swijnen beene

Schweinebeine, die viel Kollagen enthalten und sich daher gut für Gelee eignen.

murzele

Ein großer Mörser, wie er im Mittelalter zum Zerstoßen von Fleisch und anderen Zutaten verwendet wurde.

bruwette

Brühe oder Kochsud, hier speziell der Sud, in dem die Schweinebeine gekocht wurden.

doet liden

Wörtlich ‚leiden lassen‘, hier im Sinne von ‚schmelzen lassen‘ oder ‚sich auflösen lassen‘, bezogen auf die gelatinehaltigen Bestandteile.

houten platteelen

Hölzerne Platten oder Schalen, die zum Erkalten und Servieren des Gelees verwendet wurden.

Handschrift
Wel ende edelike spijse
Sprache
Mittelniederländisch (2. Hälfte 15. Jh.)
Entstehung
Gent, Flandern, 1475

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

waterewater Q283
wijnewine Q282
ghingebareginger Q15046077

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartdoet liden

Gewählte Lesart: ‚schmelzen lassen‘ - Dies bezieht sich auf das Auflösen der gelatinehaltigen Bestandteile der Sehnen und des Kochsuds zu einer flüssigen Masse.

Andere mögliche Lesart:

  • ‚leiden lassen‘ - Die wörtliche Übersetzung von ‚liden‘ ist ‚leiden‘ oder ‚dulden‘. - Obwohl grammatisch möglich, ist diese Lesart im Kochkontext weniger plausibel als das Schmelzen oder Auflösen von Substanzen.

Lesarthouten platteelen

Gewählte Lesart: ‚hölzerne Schalen‘ - Dies impliziert, dass das Gelee in hölzernen Gefäßen zum Erstarren gebracht und möglicherweise auch darin serviert wurde.

Andere mögliche Lesart:

  • ‚hölzerne Platten‘ - ‚Platteelen‘ kann auch einfach ‚Platten‘ bedeuten. - Während Platten zum Servieren verwendet wurden, sind Schalen für das Erstarren eines Gelees praktischer und wahrscheinlicher.

Originalwerk (~1475) gemeinfrei.

Bildquelle
Scan 006, Universiteitsbibliotheek Gent, BHSL.HS.1035 (ca. 1475), Public Domain
Transkription
Coquinaria.nl - Christianne Muusers, Digitale Edition 2020 (Hs. UB Gent 1035) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.