The Forme of Cury · England · 1390
Nimm Brot und brate es in Fett. Löse es anschließend mit Brühe und Essig auf. Gib Pfefferpulver und Salz hinzu. Stelle die Mischung auf das Feuer, lass sie kochen und richte sie dann an.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Brede | Brot | - | - | - |
| grece | Fett | - | - | - |
| broth | Brühe | - | - | - |
| vynegur | Essig | - | - | - |
| powdour of peper | Pfefferpulver | - | - | - |
| salt | Salz | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine peverade - eine scharfe, brotgebundene Pfeffersauce zu Kalb und Wild. Sie gehört zur großen Familie der mittelalterlichen Pfeffersaucen, die quer durch alle Küchen Europas läuft: die italienische peperata (vgl. mar-005), die schwarze Pfeffersauce von Bockenheim (vgl. boc-018a) und der deutsche Pfeffer zu Wild und Leber (vgl. rfk-019) sind dieselbe Idee. Lebende Verwandte ist die Pfeffersauce zum Wildbraten.
Brotbindung statt Mehlschwitze. Gebunden wird zeittypisch mit geröstetem Brot, nicht mit Mehl: das Brot wird in Fett angebraten (fry it in grece) und dann mit Brühe und Essig „aufgelöst" (drawe it up) - es zerfällt und gibt der Sauce Körper. Die Mehlschwitze (Roux) ist eine spätere, französische Erfindung und für ein Rezept um 1390 anachronistisch.
Süß fehlt, sauer trägt. Anders als die süß-säuerlichen Camelinen ist die peverade rein herzhaft-scharf: Pfeffer und Essig dominieren, die Säure schneidet das Fett des Bratens. Wer mag, mildert mit etwas mehr Brühe.
Praxis. Eine Scheibe altbackenes Weißbrot ohne Rinde in etwas Schmalz oder Öl goldbraun anbraten, mit Fleisch- oder Wildbrühe und einem Schuss Weinessig ablöschen, mit dem Schneebesen zerrühren bis das Brot zerfällt. Reichlich frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und Salz zugeben, einmal aufkochen lassen, bis die Sauce sämig ist, und warm zum Braten reichen.
Pevorat ist eine scharfe Pfeffersauce, deren Name sich vom Hauptbestandteil, dem Pfeffer, ableitet. Sie wurde oft zu gebratenem oder gekochtem Fleisch, insbesondere Kalb und Wild, serviert.
Ja, hervorragend geeignet. Es benötigt nur wenige, leicht transportierbare Zutaten und kann schnell in einer Pfanne und einem Topf über offenem Feuer oder auf einem Kocher zubereitet werden.
Verwende altbackenes Weißbrot oder Graubrot ohne Rinde. Im Mittelalter wurde oft einfaches, ungesäuertes oder leicht gesäuertes Brot verwendet. Die Art des Brotes beeinflusst die Textur der Sauce, daher ist ein Brot, das gut Flüssigkeit aufnimmt und sich leicht auflöst, ideal.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“. Englisches Kochbuch der Hofköche Richard II. (~1390). Etwa 196 Rezepte der höfischen Küche Englands. Nah verwandt mit dem Ménagier de Paris - beide reflektieren die internationalisierte Küche des Spätmittelalters.
Peverade - eine pfefferlastige Sauce; der Name leitet sich vom Hauptbestandteil Pfeffer ab. Pendant der italienischen peperata.
Das geröstete Brot in der Flüssigkeit auflösen/zerrühren - die zeittypische Brotbindung der Sauce.
Kalbfleisch (veel) und Wildfleisch (venysoun) - die klassischen Begleiter der Pfeffersauce.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Brede | bread Q7802 |
| broth | stock Q3075310 |
| vynegur | vinegar Q41354 |
| salt | table salt Q11254 |
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.