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Gebratene Seezungen mit Verjus

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10FischFastenspeiseHöfische KücheHofküche
Zubereitungszeit20 Min.Portionen2-4 PersonenBuchLibro de Arte Coquinaria (~1465)

Nimm Seezungen. Brate sie. Streue darüber ein wenig zerstoßenes Salz, Saft von Orangen oder Verjus und reichlich geschnittene Petersilie.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Soglie 500 g Seezungenfilets Fischhändler -
sal trito Salz - -
suco di naranci 1 Orange (Saft) - -
agresto 50 ml Verjus Feinkostladen / Online-Shop Zitronensaft oder Weißweinessig
petrosillo tagliato Petersilie - -

Welches Gericht ist das? In der Pfanne gebratene Seezungen, abgeschmeckt mit Säure und Kräutern. Soglie ist der Plural von sogliola, der Seezunge - einem zarten Plattfisch. Das Prinzip - Plattfisch braten, dann mit Zitrus/Verjus und Petersilie frisch machen - ist praktisch deckungsgleich mit der heutigen sole meunière und mit gebratener Scholle „nach Müllerin Art". Der Ménagier brät Seezungen nach demselben Schema (men-213).

Vogliono essere fritte - „sie wollen gebraten/frittiert sein": frigere meint hier das Braten in reichlich Fett in der Pfanne, nicht zwingend tiefes Frittieren. Klassisch werden Seezungen ganz (gehäutet) gebraten, nicht filetiert.

Die Würzung ist eine kalte Abschluss-Garnitur, kein Kochschritt: sal trito (feines, zerstoßenes Salz), suco di naranci (Orangensaft - im 15. Jh. die saure Bitterorange/Pomeranze, nicht die heutige Süßorange) oder agresto (Verjus, der Saft unreifer Trauben) und reichlich petrosillo (gehackte Petersilie). Die Säure schneidet durch das Bratfett.

Praxis. Seezungen (ganz, gehäutet, oder ersatzweise Schollen-/Flunderfilets) in Butter oder Öl goldbraun braten. Vom Feuer nehmen, mit feinem Salz bestreuen, mit dem Saft einer Orange (idealerweise Bitterorange) oder mit Verjus beträufeln und mit viel frisch gehackter Petersilie überstreuen. Sofort servieren.

Wo bekomme ich Verjus?

Verjus, der Saft unreifer Trauben, ist in gut sortierten Feinkostläden oder online erhältlich. Als Alternative kannst du Zitronensaft oder einen milden Weißweinessig verwenden, um eine ähnliche Säurenote zu erzielen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Es benötigt lediglich eine Pfanne und eine Feuerstelle zum Braten der Seezungen. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung ist schnell.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Libro de Arte Coquinaria' von Maestro Martino da Como, einem der bedeutendsten Kochbücher des 15. Jahrhunderts. Es wurde um 1465 in Norditalien verfasst und bietet Einblicke in die gehobene Küche der Renaissance.

Was sind 'Soglie'?

'Soglie' ist der Plural von 'sogliola', was im Italienischen die Seezunge bezeichnet. Es handelt sich um einen Plattfisch, der für sein zartes, weißes Fleisch geschätzt wird.

Soglie. Vogliono essere fritte, et di sopra gli buttarai un poco di sal trito, di suco di naranci o dell'agresto, et del petrosillo tagliato pure assai.
Soglie

Seezungen (Plural von sogliola), zarter Plattfisch.

fritte / frigere

Braten in reichlich Fett in der Pfanne - nicht zwingend tiefes Frittieren; Seezungen klassisch ganz gebraten.

suco di naranci

Orangensaft - im 15. Jh. die saure Bitterorange (Pomeranze), nicht die heutige Süßorange; liefert die fettschneidende Säure.

agresto

Verjus - Saft unreifer Trauben, die Säure-Alternative zur Bitterorange.

Handschrift
Libro de arte coquinaria
Folio
Fol. 51r
Sprache
Frühitalienisch (15. Jh.)
Entstehung
Norditalien, 1465

Originalwerk (~1465) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 51r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain
Transkription
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Schnell in der Pfanne über dem Feuer gebraten, dann mit Salz, Säure und Petersilie abgeschmeckt - lagertauglich, sofern Verjus oder ein Säureersatz mitgeführt wird.
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