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Austern auf zwei Arten

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10FischFastenspeiseHöfische KücheHofküche
Zubereitungszeit15 Min.Portionen2-4 PersonenBuchLibro de Arte Coquinaria (~1465)

Austern koche über lebendiger Glut. Wenn sie sich öffnen, sind sie gar und können so gegessen werden. Wenn du sie anders zubereiten möchtest, nimm sie aus ihrer Schale und brate sie ein wenig in Öl an. Gib dann Verjus und starke Gewürze darüber.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Ostriche Austern - Fischhändler -
olio Pflanzenöl - - -
agresto Verjus - Feinkostladen, Online-Shop Zitronensaft oder Weißweinessig
spetie forti Starke Gewürze (Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat) - - -
Wo bekomme ich Verjus?

Verjus, der Saft unreifer Trauben, ist in gut sortierten Feinkostläden oder online erhältlich. Als Ersatz kannst du Zitronensaft oder einen milden Weißweinessig verwenden, um die gewünschte Säure zu erzielen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, hervorragend geeignet. Die erste Methode benötigt lediglich eine Feuerstelle mit Glut. Für die zweite Methode sind zusätzlich eine Pfanne und etwas Öl erforderlich, was beides leicht transportierbar ist.

Was sind 'spetie forti'?

‚Spetie forti‘, wörtlich ‚starke Gewürze‘, bezeichnet im mittelalterlichen Kontext eine kräftige Gewürzmischung. Typischerweise enthielt sie Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat, oft auch Galgant oder Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte, aber der Fokus lag auf wärmenden und aromatischen Gewürzen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Libro de Arte Coquinaria (Norditalien). Das erste große Kochbuch der italienischen Renaissance (~1465). Maestro Martino, Chefkoch des Patriarchen von Aquileia, beschreibt als Erster Kochtechniken mit präzisen Mengen und Zeiten. 268 Rezepte in 6 Kapiteln: Fleisch, Suppen/Pasta, Saucen, Pasteten, Frittiertes, Fisch.

[Ostriche.] Ostriche si cocono sopra la brascia viva et quando s'aprono sonno cotte, et così si possono magnare. Et se le voli altramente cavale fora di quella sua cortice, et frigile un pochetto in l'olio, et metterali di sopra dell'agresto et de spetie forti.
brascia viva

Lebendige Glut, also glühende Holzkohle oder Holzscheite ohne offene Flamme.

agresto

Verjus, der saure Saft unreifer Trauben, der im Mittelalter häufig als Säuerungsmittel verwendet wurde.

spetie forti

Wörtlich ‚starke Gewürze‘, eine im Mittelalter übliche Mischung aus kräftigen Gewürzen wie Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat.

Handschrift
Libro de arte coquinaria
Folio
Fol. 55r
Sprache
Frühitalienisch (15. Jh.)
Entstehung
Norditalien, 1465

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

oliocooking oil Q427457
agrestoverjuice Q1060458

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartspetie forti

Gewählte Lesart: Starke Gewürze, interpretiert als eine typische mittelalterliche Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat.

Lesartbrascia viva

Gewählte Lesart: ‚Lebendige Glut‘ - die direkte Hitzequelle für das Garen der Austern in der Schale.

Originalwerk (~1465) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 55r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain
Transkription
Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Für die erste Methode benötigst du nur eine Feuerstelle mit Glut. Für die zweite Methode sind zusätzlich eine Pfanne und Öl erforderlich.
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Aus unseren ersten Übersetzungen. Dieses Rezept gehört zu unseren früh erschlossenen Texten und wird vielleicht noch einmal überprüft. Wir gehen die Rezepte gelegentlich erneut durch, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen.

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Stand dieser Fassung: 02.05.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.