The Forme of Cury · England · 1390
Nimm Bohnen und koche sie gar. Zerstoße sie anschließend in einem Mörser zu einem feinen Mus. Ziehe das Mus mit guter Brühe auf, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Gib grob gehackte Zwiebeln hinzu, die du zuvor in etwas Brühe weich gekocht hast. Färbe das Gericht mit Safran und serviere es.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| benes | 250 g getrocknete Bohnen | - | - |
| gode broth | 500 ml Gemüsebrühe | - | - |
| Oynouns | 2 Zwiebeln | - | - |
| Safroun | 1 Prise Safranfäden | Bio-Laden | - |
Welches Gericht ist das? Ein cremiges Bohnenpüree mit grob gehackten, weichgedünsteten Zwiebeln und einer Safran-Note - die enthülst-passierte Schwester des einfachen Bohnenmuses (vgl. foc-001), höfisch verfeinert. Im Geiste die englische Variante der französischen Cretonnée von Saubohnen (men-041) und des italienischen pürierten Saubohnenmuses (mar-056).
Drawe hem up heißt nicht "trockenlegen", sondern die im Mörser zerstoßenen Bohnen mit Brühe zu einem sämigen Püree "aufziehen" - mit Flüssigkeit zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Grete mynced stellt der Herausgeber ausdrücklich klar: grob gehackt, nicht fein - die Zwiebelstücke sollen als Biss erhalten bleiben. Der Safran färbt das Mus golden und galt als Status- und Aromagewürz zugleich.
Praxis. Für 250 g getrocknete Bohnen: über Nacht einweichen, in reichlich Wasser oder Brühe sehr weich kochen (sie sollen fast zerfallen), dann im Mörser oder mit dem Stampfer zerdrücken - kein Pürierstab, der macht es gummiartig-glatt. Ziehe das Mus nach und nach mit warmer Brühe auf (ca. 500-700 ml), bis es dick vom Löffel fällt. 1-2 grob geschnittene Zwiebeln in etwas Brühe glasig dünsten, ohne Farbe zu nehmen, dann unterrühren. Den Safran vorher in heißer Brühe ziehen lassen, damit er Farbe und Aroma voll abgibt. Kräftig salzen, ein Hauch langer (oder schwarzer) Pfeffer gibt Tiefe; ein Schuss Verjus am Ende belebt.
Im Mittelalter wurde oft ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall verwendet, um Zutaten zu einem feinen Mus zu zerstoßen. Für dieses Rezept kannst du stattdessen einen Kartoffelstampfer, eine Gabel oder eine Küchenmaschine verwenden, um die gekochten Bohnen zu pürieren. Fertig gemahlene Bohnen sind nicht geeignet, da die Bohnen gekocht und feucht sein müssen.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Bohnen können zu Hause vorgekocht und transportiert werden. Am Lager müssen sie dann nur noch gestampft, mit Brühe und den vorbereiteten Zwiebeln vermischt und mit Safran gefärbt werden. Ein großer Mörser ist nicht zwingend nötig; ein Kartoffelstampfer oder eine Gabel reichen aus.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer der ältesten und bekanntesten englischen Rezeptsammlungen. Sie wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und bietet einen Einblick in die höfische Küche des späten Mittelalters in England.
Der Ausdruck 'drawen hem up' bedeutet, die zerstoßenen Bohnen mit Flüssigkeit (hier Brühe) zu vermischen und zu einer glatten, passierten Konsistenz zu verrühren, ähnlich einem Püree oder Mus.
Bohnen (getrocknet)
sieden, kochen
zerstoßen, mahlen
aufziehen, vermischen, passieren (zu einem Mus verarbeiten und mit Flüssigkeit verdünnen)
gute Brühe
Zwiebeln
grob gehackt
dazu
Safran
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