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Fisch in gewürztem Sud

München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632 · Rott am Inn, Oberbayern · 1460

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichEinfach
Zubereitungszeit30 Min.Portionen2-4 PersonenBuchKlosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632) (~1460)

Original - Frühneuhochdeutsch (bairisch, Benediktinerkloster Rott am Inn, 1458/1464)

Fisch in gewürztem Sud - Originalseite aus Klosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632)
Fol. 144v, Bayerische Staatsbibliothek München, Clm 15632 (Rott am Inn, 1458/1464); bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz

Transkription - Frühneuhochdeutsch (bairisch, Benediktinerkloster Rott am Inn, 1458/1464)

Item nym wein wasser vnd essich geleych vnd seud visch dar in vnd gewurtz vnd saffran dar an vnd gewß kaltz auff die visch

CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), Ms. M10 (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632), hyperdiplomatische Basistranskription, CC BY 4.0

Moderne Übersetzung

LagerkücheLagerküche-Tipp: Im Topf am Feuer in etwa 30 Minuten fertig. Frischer Fisch ist der einzige Kühlengpass, kann aber morgens am Markttag gekauft werden.

Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen. Siede Fisch darin und würze ihn mit Gewürzen und Safran. Gieße den Sud dann kalt über den Fisch.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
wein Wein - -
wasser Wasser Leitung -
essich Essig - -
visch Fisch - -
gewurtz Gewürze gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel Eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Für eine helle Farbe weißen Pfeffer und hellen Ingwer verwenden.
saffran Safran gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Lagerküche Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Dies ist ein kalt servierter, säuerlicher Sudfisch, im Geiste verwandt mit einer Escabeche oder einer leichten, klaren Fischsülze, die ohne zusätzliche Geliermittel auskommt. Es war eine typische Zubereitung für Fastenzeiten und zur Vorratshaltung.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sanften Garen und der richtigen Temperaturführung. Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen - als Startpunkt kannst du je 200 ml pro mittelgroßem Fischfilet rechnen, sodass der Fisch gut bedeckt ist. Gib die Flüssigkeiten mit den Gewürzen und Safran in einen Topf und bringe sie zum Köcheln. Lege den Fisch hinein und lasse ihn nur sanft gar ziehen, nicht sprudelnd kochen, damit er zart bleibt und nicht zerfällt. Sobald der Fisch gar ist, nimm ihn vorsichtig heraus und richte ihn auf einem Teller an. Den Sud lässt du dann vollständig abkühlen. Der häufigste Fehler ist, den Sud heiß über den Fisch zu gießen; er muss kalt sein, um die gewünschte sülzartige Textur und den frischen, säuerlichen Geschmack zu entwickeln. Gieße den kalten Sud über den Fisch und serviere das Gericht gut gekühlt.

So wird es richtig gut. Die Balance der Säure ist entscheidend; probiere den Sud vor dem Garen des Fisches und passe sie bei Bedarf an. Ein Schuss Verjus statt eines Teils des Essigs kann die Säure milder und fruchtiger machen. Für die ‚Gewürze‘ eignen sich zeittypisch gemahlener Pfeffer, Ingwer oder eine Prise Nelken und Zimt, die dem Sud Tiefe verleihen. Der Safran gibt nicht nur Farbe, sondern auch ein feines Aroma. Achte darauf, dass der Sud nach dem Abkühlen klar bleibt. Serviere den Fisch mit dem klaren, kalten Sud, der eine leichte, sülzartige Konsistenz haben sollte, was dem Gericht eine elegante Note verleiht.

Anmerkungen

Item

Standard-Einleitung für ein neues Rezept in mittelalterlichen Kochbüchern.

gewurtz

Im Mittelalter war 'Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack des Kochs.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartgeleych

Gewählte Lesart: zu gleichen Teilen

Andere mögliche Lesart:

  • gleichmäßig - Obwohl 'gleichmäßig' eine mögliche Lesart ist, ist 'zu gleichen Teilen' im Kontext der Mengenangabe von Flüssigkeiten (Wein, Wasser, Essig) die plausibelste und gebräuchlichste Interpretation.

Lesartkaltz

Gewählte Lesart: kalt

Andere mögliche Lesart:

  • Kalk - Die Lesart 'Kalk' (Substantiv) ist im Kontext des Übergießens von Fisch unplausibel und würde zu einem ungenießbaren Gericht führen. 'Kalt' (Adjektiv) ist die direkteste und im Kontext des Abkühlens von Speisen plausibleste Interpretation.

Häufige Fragen

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Es ist im Topf am Feuer in etwa 30 Minuten fertig. Frischer Fisch ist der einzige Kühlengpass, kann aber morgens am Markttag gekauft werden.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Klosterkochbuch Rott am Inn' (Clm 15632), einer Handschrift aus dem Benediktinerkloster Rott am Inn, datiert auf die Jahre 1458 und 1464. Es ist ein Beispiel der bairischen Klosterküche des Spätmittelalters.

Was bedeutet 'Gewürze' im Rezept?

Im Mittelalter war 'Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack des Kochs. Für dieses Rezept, das Safran enthält, sind helle Gewürze wie weißer Pfeffer und heller Ingwer passend.

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