München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632 · Rott am Inn, Oberbayern · 1460
Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen. Siede Fisch darin und würze ihn mit Gewürzen und Safran. Gieße den Sud dann kalt über den Fisch.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| wein | Wein | - | - | - |
| wasser | Wasser | - | Leitung | - |
| essich | Essig | - | - | - |
| visch | Fisch | - | - | - |
| gewurtz | Gewürze | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | Eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Für eine helle Farbe weißen Pfeffer und hellen Ingwer verwenden. |
| saffran | Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
Welches Gericht ist das? Dies ist ein kalt servierter, säuerlicher Sudfisch, im Geiste verwandt mit einer Escabeche oder einer leichten, klaren Fischsülze, die ohne zusätzliche Geliermittel auskommt. Es war eine typische Zubereitung für Fastenzeiten und zur Vorratshaltung.
So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sanften Garen und der richtigen Temperaturführung. Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen - als Startpunkt kannst du je 200 ml pro mittelgroßem Fischfilet rechnen, sodass der Fisch gut bedeckt ist. Gib die Flüssigkeiten mit den Gewürzen und Safran in einen Topf und bringe sie zum Köcheln. Lege den Fisch hinein und lasse ihn nur sanft gar ziehen, nicht sprudelnd kochen, damit er zart bleibt und nicht zerfällt. Sobald der Fisch gar ist, nimm ihn vorsichtig heraus und richte ihn auf einem Teller an. Den Sud lässt du dann vollständig abkühlen. Der häufigste Fehler ist, den Sud heiß über den Fisch zu gießen; er muss kalt sein, um die gewünschte sülzartige Textur und den frischen, säuerlichen Geschmack zu entwickeln. Gieße den kalten Sud über den Fisch und serviere das Gericht gut gekühlt.
So wird es richtig gut. Die Balance der Säure ist entscheidend; probiere den Sud vor dem Garen des Fisches und passe sie bei Bedarf an. Ein Schuss Verjus statt eines Teils des Essigs kann die Säure milder und fruchtiger machen. Für die ‚Gewürze‘ eignen sich zeittypisch gemahlener Pfeffer, Ingwer oder eine Prise Nelken und Zimt, die dem Sud Tiefe verleihen. Der Safran gibt nicht nur Farbe, sondern auch ein feines Aroma. Achte darauf, dass der Sud nach dem Abkühlen klar bleibt. Serviere den Fisch mit dem klaren, kalten Sud, der eine leichte, sülzartige Konsistenz haben sollte, was dem Gericht eine elegante Note verleiht.
Ja, gut geeignet. Es ist im Topf am Feuer in etwa 30 Minuten fertig. Frischer Fisch ist der einzige Kühlengpass, kann aber morgens am Markttag gekauft werden.
Im Mittelalter war 'Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack des Kochs. Für dieses Rezept, das Safran enthält, sind helle Gewürze wie weißer Pfeffer und heller Ingwer passend.
Dieses Rezept stammt aus dem Klosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632) (Rott am Inn, Oberbayern). Präzise datierte Klosterküche: 55 bairische Rezepte aus dem Benediktinerkloster Rott am Inn (datiert 1458 und 1464), Teil einer überwiegend lateinischen Sammelhandschrift (BSB München, Clm 15632, Vorbesitzer Ulrich Wülfing). Die Kochrezepte stehen auf Bl. 143r-152v. Schwerpunkt auf Fastenküche und Schaugerichten: ein aus Fisch in Holzformen geformtes Rebhuhn-Imitat, Fischfarcen, Mandelmilch und gefärbte Mandelspeisen, Nuss-Feigen-Pasten, Senf sowie Eier- und Milchspeisen (darunter gefüllte Eier in der Schale, sogenannte Kroßeier). Als datierbare Benediktiner-Küche bildet sie das direkte Gegenstück zur ebenfalls klösterlichen Tegernsee-Überlieferung (Cgm 725, Cgm 8137). Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Handschrift M10 ediert; in der Münchner-Edition von Trude Ehlert (1999, Abschnitt 2.6) enthalten - Gegencheck verfügbar.
Standard-Einleitung für ein neues Rezept in mittelalterlichen Kochbüchern.
Im Mittelalter war 'Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack des Kochs.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| wein | wine Q282 |
| wasser | water Q283 |
| essich | vinegar Q41354 |
| visch | fish Q600396 |
| gewurtz | spice Q42527 |
| saffran | saffron Q25434 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
geleych
Gewählte Lesart: zu gleichen Teilen
Andere mögliche Lesart:
kaltz
Gewählte Lesart: ‚kalt' - die Speise wird abgekühlt/kalt gegeben.
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Stand dieser Fassung: 03.07.2026 - 3-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.