Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent · Frankreich · 1300
Für die Fisch-Cretonnee nimm Karpfen und Hecht. Schuppt die Fische und teilt sie in Stücke, dann frittiert sie. Bereitet eure Brühe ähnlich der Fleisch-Cretonnee zu, jedoch soll diese aus Erbsenpüree bestehen, während die Fleisch-Cretonnee-Brühe aus Fleischbrühe gemacht wird. Alle weiteren Schritte sollen wie bei der Fleisch-Cretonnee ausgeführt werden.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| carpe | Karpfen | Wochenmarkt | - |
| brochet | Hecht | Wochenmarkt | - |
| puree de poix | Erbsen (getrocknet) | - | - |
| bouillon | Wasser | - | - |
| tout le demourant | Salz | - | - |
| tout le demourant | Gewürzmischung (Ingwer, Zimt, Nelken) | - | - |
| frises | Fett (zum Frittieren) | - | - |
| tout le demourant | Zwiebeln | - | - |
Welches Gericht ist das? Eine Fasten-Variante der cretonnée - im Viandier ein gebundenes Püree-Gericht, bei dem das Hauptzutat-Stück (sonst Erbsen oder Bohnen mit Milch) hier durch frittierten Fisch ersetzt wird und die Bindung statt aus Fleischbrühe aus purée de poix, einem Püree getrockneter Erbsen, kommt. Der Ménagier de Paris überliefert dieselbe Idee gleich mehrfach: men-096 ist die direkte Fisch-Cretonnée für Fastentage, men-095 die Geflügel-/Erbsen-Version, men-041 die reine Bohnen-Cretonnée.
Der Text ist - wie viele Viandier-Einträge - eine Kurzanweisung, die auf das vorausgehende Fleisch-Rezept verweist (tout le demourant soit fait comme celluy de chair, "alles Übrige mache wie bei dem aus Fleisch"). Das hier rekonstruierte Vorgehen entspricht der gut belegten Cretonnée-Technik: kochen/garen, durchs Tuch passieren, mit Eigelb und Safran binden und würzen.
escaile & frises meint zwei Schritte: die Fische schuppen (escailler) und in Stücken in heißem Fett ausbacken (frire). Das Frittieren vorab ist typisch für Fastenfisch und gibt dem milden Püree Röstaroma.
Praxis. Karpfen und Hecht schuppen, in Stücke teilen und in reichlich heißem Pflanzenöl oder Schmalz goldbraun frittieren. Getrocknete Erbsen weich kochen und zu einem glatten Püree passieren - das ersetzt die Fleischbrühe der Fleisch-Variante. Das Erbsenpüree mit etwas Kochwasser auf Saucen-Konsistenz bringen, mit Ingwer, Zimt und einer Spur Nelke würzen, mit Safran gelb färben und mit Salz abschmecken. Die frittierten Fischstücke kurz darin ziehen lassen und sofort servieren. Lässt sich gut über offenem Feuer machen: ein Topf zum Frittieren, ein Topf für das Püree.
Eine Cretonnee ist ein mittelalterlicher, dickflüssiger Eintopf oder Brei, der oft Fleisch oder Fisch enthielt und mit Brot oder Eiern gebunden wurde. Sie war typischerweise reich gewürzt und konnte sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage serviert werden.
Nein, dieses Rezept ist aufgrund der aufwendigen Zubereitung der Brühe und der Notwendigkeit, Fisch frisch zu verarbeiten, nicht ideal für die Lagerküche. Es erfordert eine kontrollierte Umgebung und mehr Zeit, als am Lager üblich ist.
Dieses Rezept stammt aus 'Le Viandier de Taillevent', einem der bedeutendsten mittelalterlichen Kochbücher Frankreichs. Die ältesten erhaltenen Manuskripte werden auf das späte 14. Jahrhundert (um 1393) datiert. Es spiegelt die höfische Küche des französischen Adels wider.
Da das Rezept für die Fleisch-Cretonnee nicht vorliegt, müssen wir uns auf allgemeine Kenntnisse mittelalterlicher Kochkunst stützen. Eine Cretonnee war ein dicker Eintopf oder Brei, oft mit Fleisch oder Fisch, der mit Brot oder Eiern gebunden und mit Gewürzen wie Ingwer, Zimt und Nelken verfeinert wurde. Es ist anzunehmen, dass diese Schritte auch für die Fisch-Cretonnee gelten.
Eine Cretonnee war im Mittelalter ein dicker Eintopf oder Brei, oft mit Fleisch oder Fisch, der mit Brot oder Eiern gebunden und mit Gewürzen verfeinert wurde.
Bedeutet, die Fische zu schuppen und anschließend in Stücken zu frittieren oder knusprig zu braten.
Ein Püree aus getrockneten Erbsen, das als Basis für die Brühe dient und dieser eine sämige Konsistenz verleiht.
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