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Kräuter-Jowtes mit Mandelmilch

The Forme of Cury · England · 1390

🌿 Beilage 🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 25 Min.👥 2–4 Personen📖 The Forme of Cury (~1390)

Original — Mittelenglisch

Kräuter-Jowtes mit Mandelmilch — Originalseite aus The Forme of Cury
Fol. 44 recto, The University of Manchester Library, English MS 7 (John Rylands Library)

Transkription (Mittelenglisch)

JOWTES OF ALMAUND MYLKE. XX.IIII

Take erbes, boile hem, hewe hem and grynde hem smale. and drawe hem up with water. set hem on the fire and seeþ the rowtes with the mylke. and cast þeron sugur & salt. & serue it forth. Jowtes. V. ad No. 60.

Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Die Kräuter können bereits zu Hause gewaschen, grob gehackt und in einem Beutel mitgebracht werden. Die Zubereitung erfolgt in einem Topf über offenem Feuer.

Nehmt Kräuter, kocht sie, hackt sie und zerstoßt sie fein. Verdünnt die Kräutermischung mit Wasser. Setzt sie auf das Feuer und lasst die Kräuter mit der Mandelmilch sieden. Gebt Zucker und Salz hinzu und serviert es.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
erbes 500 g gemischte Kräuter (z.B. Petersilie, Mangold, Spinat, Brennnessel) Wochenmarkt
water 200 ml Wasser Leitung
almaunde mylke 500 ml Mandelmilch
sugur 1 TL Zucker
salt 1 Prise Salz

Anmerkungen

Jowtes
Eine Art Kräutereintopf oder -brei, oft als Beilage oder leichtes Gericht.
Almaunde Mylke
Mandelmilch, ein häufiger Ersatz für Kuhmilch, besonders in der Fastenzeit, aber auch an Fleischtagen beliebt.
rowtes
Wahrscheinlich ein Schreibfehler für „erbes“ (Kräuter) oder „rotes“ (Wurzeln), hier als Kräuter interpretiert.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

rowtes

Gewählte Lesart: Die Lesart als „Kräuter“ oder „Kräutermischung“ wurde gewählt.

Andere mögliche Lesart:

  • Eine andere mögliche Lesart wäre „Wurzeln“ (z.B. Rüben, Pastinaken). — „Rotes“ (Wurzeln) ist ein ähnliches Wort und Wurzelgemüse wurde ebenfalls in Eintöpfen verwendet. Allerdings würde dies die vorherige Erwähnung von „erbes“ etwas redundant machen, es sei denn, es handelt sich um eine Ergänzung. Die „erbes“ sind die Hauptzutat eines Jowtes.

Häufige Fragen

Was sind „Jowtes“?

„Jowtes“ bezeichnet im mittelalterlichen England einen Kräutereintopf oder -brei. Es war ein einfaches, nahrhaftes Gericht, das oft als Beilage oder als leichtes Hauptgericht, insbesondere an Fastentagen, serviert wurde.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung erfolgt in einem Topf über offenem Feuer. Die Kräuter können bereits zu Hause gewaschen und grob gehackt werden, um die Arbeit vor Ort zu minimieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einer der ältesten und wichtigsten englischen Rezeptsammlungen, verfasst um 1390 für die Köche von König Richard II. Es bietet einen Einblick in die höfische Küche des späten Mittelalters.

Was bedeutet „rowtes“ im Rezept?

„Rowtes“ ist hier sehr wahrscheinlich ein Schreibfehler des mittelalterlichen Schreibers und sollte „erbes“ (Kräuter) oder „rotes“ (Wurzeln) bedeuten. Im Kontext eines „Jowtes“ (Kräutereintopf) ist die Interpretation als „Kräuter“ die plausibelste, da die „erbes“ die Hauptzutat sind, die nach dem Kochen erneut erwähnt werden.

Was ist ein 'Mörser' – brauche ich einen Mörser und Stößel?

Im Mittelalter wurden Mörser oft für größere Mengen verwendet, um Zutaten wie Kräuter, Fleisch oder Nüsse zu einer feinen Paste zu verarbeiten. Für dieses Rezept kannst du die Kräuter nach dem Kochen auch sehr fein hacken oder einen modernen Mixer/Küchenmaschine verwenden, um eine glatte Konsistenz zu erreichen. Ein kleiner Gewürzmörser ist hierfür nicht ausreichend.

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