The Forme of Cury · England · 1390
Nehmt Kräuter, kocht sie, hackt sie und zerstoßt sie fein. Verdünnt die Kräutermischung mit Wasser. Setzt sie auf das Feuer und lasst die Kräuter mit der Mandelmilch sieden. Gebt Zucker und Salz hinzu und serviert es.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| erbes | 500 g gemischte Kräuter (z.B. Petersilie, Mangold, Spinat, Brennnessel) | Wochenmarkt | - |
| water | 200 ml Wasser | Leitung | - |
| almaunde mylke | 500 ml Mandelmilch | - | - |
| sugur | 1 TL Zucker | - | - |
| salt | 1 Prise Salz | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein Jowtes - ein grüner Kräuterbrei bzw. eine dicke Kräutersuppe, hier mit Mandelmilch statt Fleischbrühe gebunden. Der lebende Verwandte ist die grüne Kräutersuppe bzw. das Frankfurter-Grüne-Soße-Prinzip eines pürierten Kräutergerichts; durch die Mandelmilch ist es eine reine Fastenspeise. Die Farbe kommt allein aus den Kräutern - kein zugesetztes Farbmittel.
Jowtes (verwandt mit frz. joute) bezeichnet ein Gericht aus gekochtem, zerstoßenem Grünzeug. Drawe hem up with water meint hier, die gehackten Kräuter mit etwas Wasser zu verdünnen, damit sie sich gut sieden lassen.
Praxis. Gemischte Kräuter und Blattgemüse (z.B. Petersilie, Mangold, Spinat, junge Brennnessel) kurz blanchieren, abtropfen, fein hacken und im Mörser - oder modern im Mixer - zerstoßen. Mit etwas Wasser verdünnen, mit der Mandelmilch in den Topf geben und sanft sieden lassen, bis es bindet. Mit Zucker und Salz abschmecken. Soll es feiner sein, alles durch ein Sieb streichen.
„Jowtes“ bezeichnet im mittelalterlichen England einen Kräutereintopf oder -brei. Es war ein einfaches, nahrhaftes Gericht, das oft als Beilage oder als leichtes Hauptgericht, insbesondere an Fastentagen, serviert wurde.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung erfolgt in einem Topf über offenem Feuer. Die Kräuter können bereits zu Hause gewaschen und grob gehackt werden, um die Arbeit vor Ort zu minimieren.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einer der ältesten und wichtigsten englischen Rezeptsammlungen, verfasst um 1390 für die Köche von König Richard II. Es bietet einen Einblick in die höfische Küche des späten Mittelalters.
„Rowtes“ ist hier sehr wahrscheinlich ein Schreibfehler des mittelalterlichen Schreibers und sollte „erbes“ (Kräuter) oder „rotes“ (Wurzeln) bedeuten. Im Kontext eines „Jowtes“ (Kräutereintopf) ist die Interpretation als „Kräuter“ die plausibelste, da die „erbes“ die Hauptzutat sind, die nach dem Kochen erneut erwähnt werden.
Im Mittelalter wurden Mörser oft für größere Mengen verwendet, um Zutaten wie Kräuter, Fleisch oder Nüsse zu einer feinen Paste zu verarbeiten. Für dieses Rezept kannst du die Kräuter nach dem Kochen auch sehr fein hacken oder einen modernen Mixer/Küchenmaschine verwenden, um eine glatte Konsistenz zu erreichen. Ein kleiner Gewürzmörser ist hierfür nicht ausreichend.
Eine Art Kräutereintopf oder -brei, oft als Beilage oder leichtes Gericht.
Mandelmilch, ein häufiger Ersatz für Kuhmilch, besonders in der Fastenzeit, aber auch an Fleischtagen beliebt.
Wahrscheinlich ein Schreibfehler für „erbes“ (Kräuter) oder „rotes“ (Wurzeln), hier als Kräuter interpretiert.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
rowtes
Gewählte Lesart: Die Lesart als „Kräuter“ oder „Kräutermischung“ wurde gewählt.
Andere mögliche Lesart:
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