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Torte mit Blumen

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

🍯 Nachspeise ⚠ Viel Interpretationsspielraum Mittel
⏱ 45 Min.👥 Eine Torte (6–8 Personen)📖 Libro de Arte Coquinaria (~1465)

Original — Frühitalienisch (15. Jh.)

Torte mit Blumen — Originalseite aus Libro de Arte Coquinaria
Fol. 32r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain

Transkription (Frühitalienisch (15. Jh.))

[Torta di fiori.]

Habi i fiori sgranandoli et levandoli politamente da quelli soi ramicelli, et con essi incorporarai molto bene tutta la materia che è scripta in nel capitolo di fare la torta biancha. Ma nota che questa tal compositione posta con li fiori vole esser più stretta o più spessa. Et questo perché li fiori si vengano bene a compartire, et che ne sia tanto di sotto quanto in mezo, et di sopra et per tucto equalmente.

Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Nimm die Blumen, zupfe sie sauber von ihren Stielen. Und mische sie sehr gut mit der gesamten Masse, die im Kapitel zur Zubereitung der weißen Torte beschrieben ist. Beachte jedoch, dass diese Mischung mit den Blumen fester oder dicker sein soll. Dies, damit sich die Blumen gut verteilen und gleichmäßig unten, in der Mitte, oben und überall vorhanden sind.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
fiori Essbare Blumen Wochenmarkt
tutta la materia che è scripta in nel capitolo di fare la torta biancha Zutaten für eine weiße Torte (siehe separates Rezept)

Anmerkungen

sgranandoli
wörtlich: entkernend, hier im Sinne von 'zupfend, von Stielen lösend'
ramicelli
kleine Zweige, Stiele
compositione
Zusammensetzung, Mischung
stretta o più spessa
fester oder dicker
compartire
verteilen, aufteilen

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

fiori

Gewählte Lesart: ‚Blumen‘ – Da keine spezifische Art genannt wird, ist davon auszugehen, dass essbare Blumen nach Wahl des Kochs gemeint sind.

tutta la materia che è scripta in nel capitolo di fare la torta biancha

Gewählte Lesart: ‚Die gesamte Masse, die im Kapitel zur Zubereitung der weißen Torte beschrieben ist‘ – Dies ist ein Verweis auf ein anderes Rezept im selben Kochbuch, das die Basis für die Füllung bildet (typischerweise aus frischem Käse, Eiern, Zucker und Gewürzen).

più stretta o più spessa

Gewählte Lesart: ‚fester oder dicker‘ – Dies bezieht sich auf die Konsistenz der Tortenmasse. Sie soll dichter sein als die reine ‚weiße Torte‘, um die Blumen gleichmäßig in der Füllung zu halten und ein Absinken zu verhindern.

Häufige Fragen

Was sind die typischen Zutaten einer ‚weißen Torte‘ bei Maestro Martino?

Maestro Martino beschreibt in seinem Kochbuch verschiedene ‚weiße Torten‘. Die Basis ist meist eine Mischung aus frischem Käse (wie Ricotta), Eiern, Zucker und Gewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken und Safran, oft verfeinert mit Rosenwasser. Manchmal wird auch Milch oder Mandelmilch verwendet. Für dieses Rezept wird die Masse aus einem anderen Kapitel als Grundlage genommen.

Welche Blumen kann ich für diese Torte verwenden?

Das Rezept nennt keine spezifischen Blumen. Historisch wurden oft Rosen, Veilchen, Ringelblumen, Holunderblüten oder Orangenblüten verwendet. Achte darauf, nur essbare und unbehandelte Blumen zu verwenden, die frei von Pestiziden sind. Sammle sie am besten frisch aus dem eigenen Garten oder beziehe sie von einem Bio-Händler.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht direkt für die Lagerküche geeignet. Eine Torte erfordert einen Backofen mit kontrollierter Temperatur, was am offenen Feuer oder in einem Dutch Oven schwierig zu realisieren ist. Zudem ist die Zubereitung der Basismasse und das Backen zeitaufwendig. Bereite die Torte am besten zu Hause vor und bringe sie fertig mit zum Lager.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Libro de Arte Coquinaria‘, verfasst um 1465 von Maestro Martino da Como, einem der bedeutendsten Köche des 15. Jahrhunderts. Es ist in norditalienischem Volgare geschrieben und gilt als eines der wichtigsten Kochbücher der italienischen Renaissance, das die Brücke zwischen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Küche schlägt.

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