München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919 · Regensburg, Bayern · 1505
Willst du gute Eierkuchen zubereiten, so nimm geriebene Semmel und gib sie in eine Schüssel. Schlage Eier hinein und rühre es mit einem Löffel, bis es so dick ist, wie du es haben möchtest. Salze es nach Geschmack und schiebe es dann in den Ofen. Backe sie so groß wie eine Faust. Das werden dann gute Eierkuchen.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| semel mer | Geriebene Semmel | Supermarkt (Backregal) | Altes Weißbrot, selbst gerieben |
| ayr | Eier | - | - |
| saltz | Salz | - | - |
Welches Gericht ist das? Das ist ein einfacher, gebackener Eierkuchen, im Grunde ein dicker Teig aus geriebenem Brot und Eiern, der in faustgroßen Portionen im Ofen gebacken wird. Man könnte es als eine Art herzhaften Brotpudding oder eine sehr rustikale, gebackene Frittata verstehen.
So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der richtigen Konsistenz des Teiges: Du rührst die Eier nach und nach unter die Semmelbrösel, bis ein sehr dicker, aber noch formbarer Teig entsteht. Er sollte nicht flüssig sein wie ein Pfannkuchenteig, sondern eher wie ein dicker Spätzleteig oder ein fester Brotteig, den du löffelweise auf ein Blech setzen kannst. Als Startpunkt kannst du etwa 150g Semmelbrösel mit 3-4 Eiern versuchen, die genaue Menge hängt von der Saugfähigkeit der Brösel ab. Lass den Teig kurz ruhen, damit die Brösel die Flüssigkeit aufnehmen können. Dann formst du faustgroße Portionen - entweder freihändig auf ein gefettetes Backblech oder in kleine ofenfeste Förmchen - und backst sie im mäßig heißen Ofen (ca. 180°C Ober-/Unterhitze) goldbraun und gar. Der häufigste Fehler ist ein zu dünner Teig, der dann im Ofen auseinanderläuft und trocken wird.
So wird es richtig gut. Achte darauf, dass die Eierkuchen außen eine schöne goldbraune Kruste bekommen, während sie innen noch saftig und weich sind. Das erreichst du durch die richtige Ofentemperatur und Backzeit. Verwende für die Semmelbrösel am besten altbackenes Weißbrot, das du selbst reibst - das gibt ein feineres Aroma als fertige Brösel. Ein Hauch von frisch geriebener Muskatnuss oder ein wenig gemahlener Pfeffer (historisch wäre Langer Pfeffer passend) würde dem Gericht eine zusätzliche Tiefe verleihen, auch wenn es nicht explizit im Rezept steht, passt es gut zu Eierspeisen. Serviere die Eierkuchen warm, vielleicht als Beilage zu einem deftigen Eintopf oder einfach pur als sättigende Zwischenmahlzeit.
Im Mittelalter gab es verschiedene Ofentypen, vom gemauerten Backofen bis zum tragbaren Feldofen. Für dieses Rezept ist ein Backofen nötig. Im Lager kannst du einen Dutch Oven verwenden, den du mit Glut von unten und Kohlen auf dem Deckel beheizt, um Ober- und Unterhitze zu simulieren. Alternativ funktioniert auch eine Pfanne auf dem Feuer, um die Eierkuchen portionsweise zu braten.
Eingeschränkt (Equipment): Dieses Rezept erfordert einen Ofen. Mit einem Dutch Oven und Oberhitze durch Kohlen auf dem Deckel ist die Zubereitung jedoch gut möglich. Die Zutaten sind robust und leicht zu transportieren.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Regensburger Kochbuch' (Cgm 5919), das um 1500-1510 in Regensburg verfasst wurde. Es ist ein Beispiel für die gehobene bürgerliche Küche dieser Zeit in Süddeutschland.
'Semel mer' bezeichnet geriebene Semmel oder Weißbrotkrume, die als Bindemittel für die Eierkuchen dient. Es ist vergleichbar mit modernem Paniermehl, aber feiner gerieben.
Geriebene Semmel oder Weißbrotkrume, dient als Bindemittel.
Eine Schüssel oder ein Topf zum Mischen der Zutaten.
Ein Backofen. Im Lager kann dies ein Dutch Oven mit Oberhitze sein.
Die Eierkuchen sollen etwa faustgroß gebacken werden.
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