München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919 · Regensburg, Bayern · 1505
Willst du einen guten Eierkuchen zubereiten, so nimm gutes Semmelmehl und gib es in ein Gefäß. Schlage Eier hinein und rühre es mit einem Löffel. Wenn du es dick machst, so salze es nach Maß und schiebe es dann so in den Ofen, dass es faustgroße, gute Eierkuchen werden.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gutz semel mell | Semmelmehl | - | Supermarkt (Backregal) | fein geriebenes Weißbrot |
| ayr | Eier | - | - | - |
| salcz | Salz | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein einfacher gebackener Eierkuchen: feines Semmelmehl mit Eiern zu einem dicken Teig verrührt, gesalzen und in faustgroßen Portionen im Ofen gebacken. Verwandt mit den herzhaften Eierkuchen/Frittaten des Korpus (foc-149 Mylates, koe-015 welscher Eierkuchen).
Praxis. Feines Weizen-/Semmelmehl mit verquirlten Eiern zu einem dicken, gerade noch gießfähigen Teig rühren, salzen, als faustgroße Häufchen in gefettete Förmchen oder aufs Blech geben und im Ofen goldbraun backen.
Semmelmehl ist fein geriebenes, getrocknetes Weißbrot oder Brötchen. Du findest es heute als Semmelbrösel im Supermarkt im Backregal. Alternativ kannst du altes Weißbrot selbst reiben.
Ja, sehr gut geeignet. Es benötigt nur wenige, robuste Zutaten und kann in einer Pfanne oder einem Topf über offenem Feuer schnell zubereitet werden.
'Dy mas' bedeutet 'nach Maß' oder 'nach Geschmack'. Es ist eine typische mittelalterliche Mengenangabe, die dem Koch Freiraum für die individuelle Würzung lässt, da genaue Gewichtsangaben selten waren.
Dieses Rezept stammt aus dem Regensburger Kochbuch (Cgm 5919) (Regensburg, Bayern). Umfangreiche mittelbairische Festküche um 1500: 104 Rezepte aus Regensburg (BSB München, Cgm 5919, datiert um 1500-1510), hyperdiplomatisch transkribiert. Die Kochrezepte stehen auf Bl. 15r-27r. Schwerpunkt auf repräsentativer, gehobener Küche: Pasteten (Hecht, Rindfleisch), Torten von Geflügel, zahlreiche Sülzen und Gallerte (gesülzte Kalbsfüße, Morcheln, Schlehen), Schauspeisen (ein ganzes Huhn in einem Glasgefäß, die Verdopplung eines Aals), Senf sowie Mandel- und Eierspeisen. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Handschrift M9 ediert. Anders als die sechs Münchner Ehlert-Handschriften NICHT in der gedruckten Edition von Trude Ehlert (1999) enthalten - die CoReMA-TEI ist die alleinige Textbasis.
Hier ist geriebenes Weißbrot oder Semmelbrösel gemeint, das als Bindemittel dient. Mehl im modernen Sinne war im Mittelalter selten für solche Zwecke.
Nach Maß, also nach Geschmack und Gefühl. Eine genaue Mengenangabe fehlt, was typisch für historische Rezepte ist.
Die Eierkuchen sollen etwa die Größe einer Faust haben.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| gutz semel mell | wheat flour Q2249305 |
| ayr | chicken egg Q15260613 |
| salcz | table salt Q11254 |
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Stand dieser Fassung: 21.06.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.