München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 5919 · Regensburg, Bayern · 1505
Willst du Kernmus zubereiten, so nimm Mandeln und Weinbeeren dazu. Gib genügend Zucker hinein, so wird das Mus gut. Und nimm genügend Salz.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| mandel | Mandeln, gemahlen | - | Supermarkt (Backregal) | Ganze Mandeln im Blender kurz zermahlen |
| weinper | Rosinen (weinper) | - | - | Rosinen |
| zucher genueg | Zucker, nach Geschmack | - | - | - |
| salcz gnug | Salz, nach Geschmack | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein einfaches Kernmus - ein süßes Mus aus gemahlenen Mandeln und Rosinen mit reichlich Zucker. Im Korpus die direkten Geschwister mha-022 (Kernmus mit Wein und Zucker) und mha-241 (Mus mit Weinbeeren und Mandeln).
weinper. Nach Korpus-Default Rosinen (getrocknete Weinbeeren), da keine Frisch-Indikatoren genannt sind; das Schwester-Rezept mha-241 nennt sie ausdrücklich.
Praxis. Mandeln fein mahlen, mit Rosinen (und etwas Wasser oder Wein) zu einem dicken Mus kochen, gut zuckern. Eine Prise Salz rundet ab - das salcz gnug des Originals meint Würzbalance, keine kräftige Salzung.
‚Kernenmus‘ bezieht sich hier auf ein Mus, das aus den ‚Kernen‘ von Früchten oder Nüssen hergestellt wird. In diesem Fall sind Mandeln und Weinbeeren die Hauptzutaten, die zu einer feinen Paste verarbeitet werden.
Ja, hervorragend geeignet. Alle Zutaten sind trocken und lagerfähig, und die Zubereitung ist sehr schnell und unkompliziert am offenen Feuer oder auf einem Kocher möglich.
Historisch wurden Mandeln im Mörser zerstoßen. Für die moderne Lagerküche kannst du fertig gemahlene Mandeln aus dem Supermarkt verwenden. Wenn du es authentisch magst, ist ein großer Mörser mit schwerem Stößel die richtige Wahl.
Dieses Rezept stammt aus dem Regensburger Kochbuch (Cgm 5919) (Regensburg, Bayern). Umfangreiche mittelbairische Festküche um 1500: 104 Rezepte aus Regensburg (BSB München, Cgm 5919, datiert um 1500-1510), hyperdiplomatisch transkribiert. Die Kochrezepte stehen auf Bl. 15r-27r. Schwerpunkt auf repräsentativer, gehobener Küche: Pasteten (Hecht, Rindfleisch), Torten von Geflügel, zahlreiche Sülzen und Gallerte (gesülzte Kalbsfüße, Morcheln, Schlehen), Schauspeisen (ein ganzes Huhn in einem Glasgefäß, die Verdopplung eines Aals), Senf sowie Mandel- und Eierspeisen. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Handschrift M9 ediert. Anders als die sechs Münchner Ehlert-Handschriften NICHT in der gedruckten Edition von Trude Ehlert (1999) enthalten - die CoReMA-TEI ist die alleinige Textbasis.
Ein Mus aus Kernen oder Samen. Hier sind Mandeln und Weinbeeren die Hauptbestandteile.
Weinbeeren, also Rosinen oder getrocknete Trauben. Im Mittelalter ein gängiges Süßungsmittel und Zutat für Mus-Speisen.
Bedeutet ‚genug‘ oder ‚nach Geschmack‘. Die genaue Menge ist dem Koch überlassen.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| mandel | almond Q184357 |
| weinper | raisin Q13186 |
| zucher genueg | unrefined cane sugar Q57656231 |
| salcz gnug | table salt Q11254 |
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Stand dieser Fassung: 15.08.2026 - 3-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.