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Gefüllter Fleischbrei (Jusshell) nach Charlet-Art

The Forme of Cury · England · 1390

🐷 Hauptspeise · Schwein ⚠ Viel Interpretationsspielraum Mittel
⏱ 90 Min.👥 4–6 Personen📖 The Forme of Cury (~1390)

Original — Mittelenglisch

Gefüllter Fleischbrei (Jusshell) nach Charlet-Art — Originalseite aus The Forme of Cury
Fol. 27 verso, The University of Manchester Library, English MS 7 (John Rylands Library)

Transkription (Mittelenglisch)

JUSSHELL ENFORCED . XX.II

Take and do þerto as to charlet yforced. and serue it forth. Jusshell enforced. As the _Charlet yforced_ here referred to was made of pork, compare No. 40 with No. 39. So in Theod. Priscian we have _Jussetlum Gallinæ_.

Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Nimm gebratenes Schweinefleisch oder anderes Fleisch und hacke es fein. Nimm hartgekochte Eigelbe und hacke sie ebenfalls fein. Nimm guten Käse und hacke ihn klein. Nimm gute Kräuter und hacke sie fein. Nimm gute Äpfel und hacke sie klein. Nimm gute Gewürze und Salz und vermische all dies miteinander. Nimm die Blase eines Schweins und fülle sie damit. Koche sie gut und brate sie gut, dann serviere sie.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Pork yrosted, or other flessh 500 g gebratenes Schweinefleisch (oder anderes Fleisch) Metzger
harde yolkes of eyroun 4-6 hartgekochte Eigelbe
faire chese 100 g fester Käse
gode herbes frische Kräuter
faire apples 1-2 Äpfel
gode spices 1 TL Gewürzmischung (z.B. Pfeffer, Ingwer, Zimt)
salt Salz
a bladder of a swyn 1 Schweineblase Metzger (auf Bestellung) Naturdarm für Wurst oder hitzebeständige Folie/Backpapier

Anmerkungen

JUSSHELL ENFORCED
Ein gefüllter Fleischbrei, der sich auf das Rezept 'Charlet yforced' bezieht und möglicherweise in einer Brühe serviert wurde.
charlet yforced
Eine Art gefüllte Wurst oder Pastete, die in einer Blase gekocht und gebraten wird.
yrosted
Geröstet oder gebraten.
eyroun
Eier.
chese
Käse.
herbes
Kräuter.
spices
Gewürze.
swyn
Schwein.
seeth
Kochen, sieden.
rost
Braten, rösten.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

JUSSHELL ENFORCED

Gewählte Lesart: Das Rezept selbst gibt keine direkten Anweisungen, sondern verweist auf „Charlet yforced“. Der Begriff „Jusshell“ (vom lateinischen *juscellum*) impliziert typischerweise ein Gericht, das in einer Brühe oder einer Art Eintopf serviert wird. „Enforced“ bedeutet „gestopft“ oder „Farce“. Ich habe dies als ein gefülltes Farce-Gericht interpretiert, das den Anweisungen für „Charlet yforced“ folgt, und den „Jusshell“-Aspekt im Titel und in den Anmerkungen berücksichtigt, was darauf hindeutet, dass es möglicherweise mit einer Brühe serviert wurde, auch wenn das Rezept dies nicht explizit angibt.

Take and do þerto as to charlet yforced

Gewählte Lesart: Diese Phrase ist eine direkte Anweisung, das Rezept für „Charlet yforced“ zu befolgen. Ich habe daher das vollständige Rezept für „Charlet yforced“ in den `text_modern`-Abschnitt übersetzt.

Häufige Fragen

Was ist „Jusshell enforced“?

„Jusshell enforced“ ist ein mittelalterliches Gericht, das sich auf die Zubereitung von „Charlet yforced“ bezieht. Es handelt sich um einen gefüllten Fleischbrei, der in einer Schweineblase gekocht und gebraten wird. Der Begriff „Jusshell“ deutet darauf hin, dass es möglicherweise in einer Brühe oder Sauce serviert wurde, auch wenn das Rezept dies nicht explizit beschreibt.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist aufgrund der aufwendigen Zubereitung – das Hacken und Mischen vieler Zutaten, das Stopfen einer Schweineblase sowie das doppelte Garen (Kochen und Braten) – nicht ideal für die einfache Lagerküche. Es erfordert eine vorbereitete Küche und mehr Zeit als typische Lagergerichte.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einer der ältesten und bekanntesten englischen Rezeptsammlungen. Es wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und bietet Einblicke in die gehobene Küche des englischen Spätmittelalters.

Was ist eine „Schweineblase“ und wo bekomme ich sie?

Eine Schweineblase wurde im Mittelalter als natürlicher Wurst- oder Pastetendarm verwendet. Sie ist heute schwer zu beschaffen, kann aber eventuell auf Bestellung beim Metzger erhältlich sein. Als moderne Alternative kannst du große Naturdärme für Wurst oder hitzebeständige Folie bzw. Backpapier verwenden, um die Füllung zu formen und zu garen.

Was sind „gode spices“ in diesem Rezept?

„Gode spices“ (gute Gewürze) war im Mittelalter eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus gängigen und oft teuren Gewürzen. Typischerweise gehörten dazu Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat. Wähle eine Mischung, die dir schmeckt, um dem Gericht eine aromatische Tiefe zu verleihen.

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