Der Met, der in den Hundstagen gesotten wird, ist besser als der zu anderer Zeit bereitete, weil die…
Wolf Helmhard von Hohberg, Georgica Curiosa, anderer Teil (Nürnberg: Endter 1682), Buch 10 Teil 1 Kap. 51 „Vom Meth-sieden“ · 1682 · Frühneuhochdeutsch, bairisch-österreichisch (Nürnberg 1682); Wolf Helmhard von Hohberg, niederösterreichischer Landadliger · Niederösterreich (Druck Nürnberg)
Aus Hohbergs großem Hausväterbuch das Kapitel vom Met-Sieden: Met aus den Hundstagen, ein Met mit in Weinessig gebeiztem Koriander und Salbei, der Met nach dem Bienenbüchlein, ein Malvasier aus Honig nach de Serres und ein Kellertipp für verdorbenen Met.
Wolf Helmhard von Hohberg (1612-1688) stammte aus Lengenfeld bei Krems in Niederösterreich. Neun Jahre diente er als Offizier in einem kaiserlichen Regiment, danach bewirtschaftete er eigene Güter. 1659 wurde er Reichsfreiherr. 1664 verkaufte er die Herrschaft Rohrbach und zog nach Regensburg, wohl auch, weil er als Lutheraner in Niederösterreich seinen Glauben nicht öffentlich ausüben durfte. Dort lebte er unter österreichischen Exilanten bis zu seinem Tod. Er schrieb auch Epen und Psalmdichtung. Geblieben ist vor allem ein Werk: die Georgica Curiosa, das „Adeliche Land- und Feld-Leben“, zuerst 1682 in Nürnberg bei Endter in zwei Foliobänden erschienen und bis 1749 wieder aufgelegt.
Der zweite Band enthält sechs Bücher: Ackerbau, Pferdezucht, Mayerhof, Bienen und Seidenwürmer, die „Wasser-Lust“ und schließlich Holz und Weidwerk. Das zehnte Buch beginnt mit den „Bienenhütten“ und zeigt auf Kupferstichen unter anderem, wie man die Stöcke zeidelt. Gegen Ende dieses Teils steht auf den Seiten 399 bis 401 das 51. Kapitel: „Vom Meth-ſieden“.
Fünf Einträge, ein Kapitel. Wir zeigen das Kapitel vollständig, sonst nichts aus dem Werk: einen Met im Verhältnis eins zu acht, der in den Hundstagen am besten geraten soll; einen zweiten mit Hopfen, Salbei und Koriander, der 24 Stunden in Weinessig gebeizt und wieder getrocknet wird; einen dritten nach dem „Author des Bienenbüchleins“; einen Malvasier aus Honig; und einen Rat für verdorbenen Met oder Wein.
Ein Sammler, der seine Quellen nennt. Hohberg schreibt ab, wie alle Hausväterbücher seiner Zeit, und oft sagt er es. Sein Malvasier stammt ausdrücklich von „Herr de Serres“, und der französische Text von 1605 läuft Schritt für Schritt mit, nur dass aus dem Honig von Narbonne „gutes geläutertes Hönig“ wird und aus den pintes der österreichische Achtering. Der Met nach dem Bienenbüchlein steht fast gleich schon bei Höffler und Schrot 1660, samt dem dänischen Geistlichen, der das Ohr ans Fass legen lässt, bis der Met darin brummt wie ein Bienenschwarm. Welche Ausgabe Hohberg vor sich hatte, wissen wir nicht. Sein Grundrezept ähnelt stark dem Weinbuch von Rasch aus der Zeit um 1580, ohne dass er Rasch nennt; der Rat für verdorbenen Met verweist auf „P. Tylkowskj“. Solche Parallelen zählen wir deshalb nicht als voneinander unabhängige Zeugen. Für den Met mit gebeiztem Koriander haben wir bisher keine Vorlage gefunden.
Der Text folgt dem Deutschen Textarchiv und behält die Schreibung des Drucks: langes ſ, übergeschriebenes e, Schrägstriche. Wir übersetzen ins heutige Deutsch und lassen Hohbergs Maße stehen: Kanne, Theil, Nössel, Seidel, den Achtering als österreichisches Weinmaß und den Zwerchfinger, also die Breite eines quergelegten Fingers. „Verbeulet“ oder „verbailt“ heißt verspundet, „Biergerm“ ist Bierhefe. Was Hohberg über die Wirkung des Mets gegen Fieber und Schlagfluss sagt, übersetzen wir vollständig, verstehen es aber nicht als Gesundheitsrat.
Werk (1682): gemeinfrei. Text: Deutsches Textarchiv (hohberg_georgica02_1682), CC BY-NC 3.0. Seitenbilder: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (PPN661042995), Public Domain Mark. Übersetzung und Kommentar: fyndling.de (CC BY-SA 4.0).
- Die Fyndling-Redaktion
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