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Vinetum Britannicum, or a Treatise of Cider, and other Wines and Drinks extracted from Fruits growing in this Kingdom (London 1676) · 1676 · Englisch der Restaurationszeit (London 1676); John Worlidge · England
Aus John Worlidges Buch über Cider und Obstweine die Getränke und die Kellerarbeit: wie man Cider mahlt, presst, vergärt, mit Hausenblase klärt, auf Fässer und Flaschen zieht, lagert, verdorbenen Cider kuriert und Fässer ausschwefelt; dazu Wasser-Cider, Ciderkin, gekochter und gewürzter Cider, Perry, Wein aus englischen Trauben und Claret, Kirsch-, Pflaumen-, Johannisbeer-, Stachelbeer-, Himbeer- und Aprikosenwein, Himbeer-Met der Schweden und Russen, Worlidges eigenes Metheglin und Birkenwein, auch mit Honig.
1676 erschien in London ein schmales Buch mit langem Titel: Vinetum Britannicum: or, a Treatise of Cider, and such other Wines and Drinks that are extracted from all manner of Fruits Growing in this Kingdom, gedruckt für die Buchhändler Thomas Dring und Thomas Burrel. Auf dem Titelblatt steht als Verfasser nur „J. W. Gent.“, ein Gentleman mit den Anfangsbuchstaben J. W. Gemeint ist John Worlidge; unter seinem Namen führt auch die Text Creation Partnership das Buch. Der Titel verspricht neben dem Cider die Vermehrung der Obstbäume, eine neu erfundene Mühle, das „Ingenio“, und „the right Method of making Metheglin and Birch-Wine“. Drei Kupferstiche gehören dazu.
Ein Buch mit einem Ziel. Die Vorrede sagt offen, worum es geht: Cider soll das Getränk der Engländer werden. In Herefordshire, Gloucestershire und Worcestershire werde er schon in großen Mengen gemacht, nach London gebracht und höher geschätzt als französischer Wein, der auf dem Transport leide und von den Händlern verfälscht werde. Worlidge rechnet vor: Redstreak-Äpfel brächten dort fünf Shilling der Bushel, ein Hogshead Cider acht Pfund, und ein Acker mit Apfelbäumen gebe mehr Getränk als zwei oder drei Acker Gerste, ohne Pflügen und Säen. Auch den Einwand, mehr Cider bedeute mehr Trunkenheit, beantwortet er: Dieses Laster herrsche in England nicht mehr so wie in früheren Zeiten und anderen Ländern Europas.
Was wir daraus zeigen. Das Buch hat sieben Kapitel. Wir nehmen nur die Getränke und die Kellerarbeit aus dem fünften Kapitel: wie man die Äpfel verliest, mahlt und presst, den Most im offenen Bottich gären lässt, mit Wärme oder Hausenblase klärt, mit dem Heber vom Trub abzieht, Fässer herrichtet und ausschwefelt, Cider auf Fässer und Flaschen füllt, kühl lagert und verdorbenen Cider kuriert. Dazu kommen Wasser-Cider und Ciderkin aus dem Trester, gekochter und gewürzter Cider, Perry aus Birnen, Wein aus englischen Trauben und Claret, Kirsch-, Pflaumen-, Johannisbeer-, Stachelbeer-, Himbeer- und Aprikosenwein, Himbeer-Met, Worlidges eigenes Metheglin und Birkenwein. Den Obstbau, die Veredelung, den Bau der Mühle, die Rechnung über den Gewinn und die Heilkräfte der Früchte lassen wir weg.
Worlidge schreibt ein Lehrbuch, keine Rezeptsammlung. Sein Text läuft in Kapiteln und Abschnitten durch, Überschriften für einzelne Getränke gibt es nicht, nur Stichworte am Rand. Wir haben den Text dort geteilt, wo ein Thema wechselt, meist an diesen Randtiteln. Die Titel der Einträge sind unsere. Die Nummern folgen nicht überall der Druckfolge; die Rezeptseite nennt bei jedem Eintrag die Druckseite und zeigt das Seitenbild.
Weil viele Einträge Arbeitsschritte statt Gerichte beschreiben, stehen bei den meisten keine Portionen und keine Arbeitszeit. Worlidge nennt sie nicht, und wir erfinden sie nicht dazu.
Der Text folgt der Transkription des Erstdrucks aus dem Projekt EEBO-TCP. Die Lesung haben wir am Seitenbild des Mikrofilms geprüft. Wo die Transkription vom Druck abweicht oder eine Passage fehlt, gilt der Druck.
Worlidge schreibt das Englisch der Restaurationszeit. Unklare Wörter schlagen wir in den Wörterbüchern seiner Zeit nach, vor allem im englisch-deutschen Wörterbuch von Christian Ludwig (1706), dazu bei Blount und Phillips. Wir übersetzen ins heutige Deutsch, lassen aber seine Maße stehen: Gallone, Quart und Pint, Peck und Bushel, Fässer als Hogshead. Wo nötig, erklären wir sie in den Anmerkungen, rechnen sie aber im Text nicht in Liter um. Seine „Spirits“, die flüchtige, belebende Kraft eines Getränks, heißen bei uns „Geister“. „Latten“ ist Weißblech, verzinntes Eisenblech, und „Metheglin“ bleibt Worlidges Wort. Hefe setzt er dem Cider nicht zu; den „vulgar way“, Fruchtsäfte mit Hefe oder hefegetränktem Röstbrot anzustellen, lehnt er ausdrücklich ab. Die Gärung kommt von der Frucht und aus dem Fass. Nur beim Met und beim Birkenwein gibt er Hefe hinzu. Was er über Gesundheit sagt, übersetzen wir vollständig, verstehen es aber nicht als Gesundheitsrat.
Werk (1676): gemeinfrei. Text: Text Creation Partnership, EEBO-TCP A67093 - CC0 1.0. Seitenbilder: Mikrofilm der Reihe Early English Books 1641-1700, über archive.org. Übersetzung und Kommentar: fyndling.de (CC BY-NC-SA 4.0).
- Die Fyndling-Redaktion
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