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Himbeer-Metheglin zum Lagern

Vinetum Britannicum, or a Treatise of Cider, and other Wines and Drinks extracted from Fruits growing in this Kingdom (London 1676) · England · 1676

BochetGetränkLesartViel InterpretationsspielraumMittelKorrekturBearbeitungsstand 9/10
BuchWorlidge: Britischer Weingarten (Getränke) (~1676)

Willst du aber deinen Metheglin aus denselben Zutaten machen und ihn aufbewahren - denn die Zeit verbessert jede Art von Getränken -, so kannst du deinen Himbeersaft zur rechten Jahreszeit der Himbeeren haltbar machen.

Wenn du dann deinen Metheglin bereitest, koche deinen Honig und das Wasser zusammen ab. Ist es erkaltet, gib deinen Himbeersaft dazu, den du zuvor haltbar gemacht hast, und kläre deinen Metheglin mit den zuvor vorgeschriebenen Mitteln. Oder bringe ihn in Gärung, entweder mit einem in Hefe getauchten Röstbrot oder indem du einen Löffel Hefe hineingibst. Dazu kannst du das zuvor erwähnte Beutelchen mit Gewürzen geben.

Dann lass ihn etwa einen Monat stehen, damit er gründlich geklärt wird, fülle ihn danach in Flaschen und bewahre ihn für den Gebrauch auf. Mit der Zeit kann er ein erlesenes Getränk werden.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Honey Honig - - -
Water Wasser - - -
Juice of Rasberries which was before prepared to keep Himbeersaft, zuvor haltbar gemacht - - -
a ſpoonful of Yeſt ein Löffel Hefe - - Ein in Hefe getauchtes Röstbrot, Worlidges erster Weg
the little bag of Spices before mentioned das zuvor erwähnte Beutelchen mit Gewürzen - - -

Was ist das? Ein Met mit Himbeersaft, der gelagert werden soll. Worlidge knüpft an den Himbeer-Met der Schweden und Russen an, den er unmittelbar davor für den baldigen Trunk beschreibt, und wendet sich nun an den eigenen Leser. Mit „denselben Zutaten“ meint er Himbeeren, Honig und Wasser; dort nimmt man etwa ein Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser. Hier nennt er keine Mengen.

Was anders ist als beim schnellen Met. Die Russen legen die Himbeeren in Wasser und geben den Honig dazu. Hier wird der Himbeersaft schon in der Himbeerzeit haltbar gemacht und erst später verwendet. Honig und Wasser werden zusammen abgekocht, der Saft kommt erst dazu, wenn das Honigwasser kalt ist. Wie der Saft haltbar gemacht wird, beschreibt Worlidge weder hier noch an anderer Stelle seines Buchs; eingemachten Himbeersaft erwähnt er sonst nur als Zusatz zum Cider.

Klären oder gären. „Die zuvor vorgeschriebenen Mittel“ sind Worlidges Klärung mit Hausenblase aus dem Cider-Teil: Hausenblase in Weißwein lösen, in einem Teil der Flüssigkeit aufkochen, unter das Ganze rühren und zugedeckt stehen lassen. Dort nennt er das Verfahren ausdrücklich „vergären und klären“ und zieht es bei Fruchtsäften dem gewöhnlichen Weg mit Hefe oder in Hefe getauchtem Röstbrot vor. Hier stellt er beide Wege nebeneinander; der zweite ist der Weg aus dem russischen Rezept, mit Hefe statt Bierbodensatz.

Woher die Hefe kommt. Im Hefe-Zweig gibt man sie selbst zu. Im Hausenblasen-Zweig nennt Worlidge keine Hefe; die Gärung kommt dann wie bei seinen anderen gekochten Ansätzen aus dem immer wieder benutzten Fass und aus dem Saft, der nicht mitgekocht wird.

Der Monat und die Flaschen. Worlidge lässt den Met etwa einen Monat stehen, damit er gründlich klar wird, und füllt ihn dann ab. Ob die Gärung bis dahin beendet ist, sagt er nicht; von Spritzigkeit ist hier keine Rede. Sein Grund für das ganze Verfahren ist das Reifen: Die Zeit verbessert jede Art von Getränken.

Praxis. Honig und Wasser zusammen abkochen und ganz erkalten lassen, dann den Himbeersaft zugeben. Historisch mit einem Löffel Hefe oder einem in Hefe getauchten Röstbrot vergären, oder mit Hausenblase nach Worlidges Cider-Verfahren; heute nimmt man ohne eingefahrenes Fass Weinhefe. Den Gewürzbeutel mit Zimt, Paradieskörnern und einigen Gewürznelken wie beim Met davor hineinhängen. Etwa einen Monat stehen lassen. Heutiger Hinweis: Erst in Flaschen füllen, wenn die Gärung beendet ist - gärt Restzucker in der Flasche nach, können gewöhnliche Flaschen platzen.

Wie viel Honig und Wasser brauche ich?

Worlidge nennt hier keine Mengen. Mit „denselben Zutaten“ verweist er auf den Himbeer-Met der Schweden und Russen im Absatz davor; dort nimmt man etwa ein Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser, je nachdem, ob der Met stärker oder schwächer werden soll. Für den Himbeersaft nennt er keine Menge.

Wird der Met vergoren?

Ja. Entweder mit einem Löffel Hefe oder einem in Hefe getauchten Röstbrot, oder mit Worlidges Klärung durch Hausenblase, die er selbst als Vergären und Klären beschreibt.

Ist das etwas für die Lagerküche?

Nein. Es ist ein Gärgetränk: Gärung und etwa ein Monat Klären vor dem Abfüllen sind im Lager nicht verlässlich zu führen, und der Himbeersaft muss schon in der Himbeerzeit haltbar gemacht werden.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Worlidge: Britischer Weingarten (Getränke) (1676, England). Aus John Worlidges Buch über Cider und Obstweine die Getränke und die Kellerarbeit: wie man Cider mahlt, presst, vergärt, mit Hausenblase klärt, auf Fässer und Flaschen zieht, lagert, verdorbenen Cider kuriert und Fässer ausschwefelt; dazu Wasser-Cider, Ciderkin, gekochter und gewürzter Cider, Perry, Wein aus englischen Trauben und Claret, Kirsch-, Pflaumen-, Johannisbeer-, Stachelbeer-, Himbeer- und Aprikosenwein, Himbeer-Met der Schweden und Russen, Worlidges eigenes Metheglin und Birkenwein, auch mit Honig.

But if you would make your Metheglin of the ſame ingredients, and to be kept (time meliorating any ſort of Drinks) you may preſerve your Juice of Rasberries at their proper ſeaſon. And when you make your Metheglin, decoct your Honey and Water together, and when it is cold, then add your Juice of Rasberries which was before prepared to keep, and purify your Metheglin by the means before preſcrib'd, or ferment it, either by a Toſt dipped in Yeſt, or by putting a ſpoonful of Yeſt unto it, to which you may add the little bag of Spices before mentioned. Then let it ſtand about a Month to be thorowly purified, and then bottle it, and preſerve it for uſe, and it may in time become a curious Drink.
Metheglin

Worlidge gebraucht Metheglin und Hydromel gleichbedeutend für Met, vergorenes Honigwasser; im Absatz davor heißt es „This Metheglin or Hydromel“.

Toſt dipped in Yeſt

Geröstetes Brot, in Hefe getaucht, als Gärstarter. „Yest“ ist bei Ludwig (1706) „der Gescht, Gischt, der Schaum vom Biere“, also Bierhefe.

curious Drink

„Curious“ heißt hier nicht „seltsam“: Ludwig (1706) übersetzt es unter anderem mit „ausbündig, vortrefflich“ und „mit großem Fleiß gemacht“, also ein erlesenes Getränk.

Druck
Vinetum Britannicum, or a Treatise of Cider, and other Wines and Drinks extracted from Fruits growing in this Kingdom (London 1676)
Sprache
Englisch der Restaurationszeit (London 1676); John Worlidge
Entstehung
England, 1676

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Honeyhoney Q10987
Waterwater Q283

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartthe ſame ingredients

Gewählte Lesart: Die Zutaten des Himbeer-Mets der Schweden und Russen im Absatz davor: Himbeeren, Honig, Wasser. Der Absatz selbst nennt Honig, Wasser und Himbeersaft und schließt mit „But if you would“ unmittelbar an jenen Bericht an.

Andere mögliche Lesart:

  • Zutaten und Verhältnis zugleich, also auch etwa ein Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser - Liegt nahe, weil Worlidge sonst keine Menge nennt; „ingredients“ bezeichnet aber die Stoffe, nicht ihr Verhältnis, und das Verfahren ist ein anderes (Honigwasser gekocht, Saft statt eingeweichter Beeren).

Lesartpurify your Metheglin by the means before preſcrib'd, or ferment it

Gewählte Lesart: Worlidges Hausenblasen-Verfahren aus dem Cider-Teil, das er dort „to ferment and purify“ nennt und bei Fruchtsäften dem Vergären mit Hefe oder in Hefe getauchtem Röstbrot vorzieht. Hier steht es als erster Weg neben dem Hefe-Weg.

Andere mögliche Lesart:

  • Bloßes Absetzenlassen ohne Klärmittel - Das leistet schon der Monat Stehen danach; „means“ verlangt ein Mittel, und das einzige zuvor vorgeschriebene Klärmittel ist die Hausenblase, auf die auch der Johannisbeerwein mit „as is before directed for the purifying of Cider“ verweist.

Originalwerk (~1676) gemeinfrei.

Bildquelle
Scan 133, Mikrofilm Early English Books 1641-1700, via archive.org Quelle öffnen
Transkription
Text Creation Partnership, EEBO-TCP A67093 (Erstausgabe 1676) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/wor-017
LagerkücheLagerküche
Nein: ein Gärgetränk mit Gärung und etwa einem Monat Klären vor dem Abfüllen, dazu Himbeersaft, der schon in der Himbeerzeit haltbar gemacht sein muss. Gärung und Lagerung über Wochen sind im Lager nicht verlässlich zu führen.
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Stand dieser Fassung: 04.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.