Rezeptbuch der Sarah Longe (Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425)
Wasser gegen Verbrennung (Ulmenrinde)
Moderne Übersetzung
Ein Wasser für eine Verbrennung: Nimm eine Handvoll von der Rinde einer Ulmenwurzel, schabe sie, wasche sie und zerstoße sie. Dann lege sie 24 Stunden lang in etwa 0,5 l (ein Pint) fließendes Wasser. Danach seihe es durch, tauche ein Stück feines Leinen hinein und breite es über die Verbrennung.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| a handfull of the barke of an Elm root | Rinde einer Ulmenwurzel | 1 Handvoll | - | - |
| a pint of runing water | etwa 0,5 l fließendes Wasser | 500 ml | - | - |
| a peice of lawne | feines Leinen | 1 Stück | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein äußerliches Mittel, das nach der Überschrift einer Verbrennung gelten soll. Rinde von einer Ulmenwurzel wird geschabt, gewaschen und zerstoßen und dann 24 Stunden in fließendem Wasser liegen gelassen; erhitzt wird nichts. Mit dem abgeseihten Wasser wird ein Stück feines Leinen getränkt und über die Verbrennung gebreitet. Ob die Rinde frisch oder getrocknet ist, ob das Tuch einmal oder mehrmals aufgelegt wird und wie lange es liegen bleibt, sagt der Text nicht.
Die Ulme. „Elm“ ist nach Britten und Hollands Pflanzennamenbuch von 1886 der allgemeine Name für die Feld-Ulme und andere Ulmen-Arten. Welche Ulme die Hand meint, lässt der Text offen; verwendet wird ausdrücklich die Rinde der Wurzel, nicht die des Stamms.
Einordnung. Ein Hausmittel der Wundversorgung aus den Nachträgen, das zeigt, wie man eine Verbrennung mit einem kalten Rindenauszug auf Leinen zu versorgen suchte; es ist ein historisches Zeugnis, keine Anleitung zur Behandlung. Eine Begründung der Wirkung gibt die Handschrift nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/lon-086/
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