Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 384) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384)
Dreifarbiges Mandelmus für die Fastenzeit
Moderne Übersetzung
Mache ein Gehacktes für die Fastenzeit aus gehackten Mandeln. Färbe einen Teil davon, den anderen lasse weiß und streue Zucker darauf. Und zum dritten Teil nimm kleine Weinbeeren (Rosinen), die du in wenig Wein in einer Pfanne weich aufgekocht hast.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gehacktem mandel | Gehackte Mandeln | - | Supermarkt (Backregal) | Ganze Mandeln im Mörser zerstoßen oder im Blender zerkleinern |
| czucker | Zucker | - | - | - |
| klain win berlin | Kleine Rosinen | - | - | - |
| wins | Wein | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Gehacktes für die Fastenzeit - eine dekonstruierte, dreifarbig angerichtete Mandelspeise, die als Dessert oder Zwischenmahlzeit diente. Sie spielt mit Texturen und Farben, ähnlich einem modernen Mandel-Trio oder Parfait. Die Quelle nennt es bewusst „ein Gehacktes“, kein Mus - die gehackte Textur ist das Kennzeichen.
So gelingt es. Der Kern liegt in der Textur der Mandeln: ‚Gehackt‘ bedeutet wirklich grob gehackt, nicht gemahlen oder püriert - denk an Mandelgrieß oder fein gehackte Mandelsplitter. Als Startpunkt nimmst du etwa 200-250g Mandeln, die du selbst grob hackst oder im Food Processor nur kurz pulsierst. Teile die gehackten Mandeln in drei gleich große Portionen. Für den ersten Teil: Löse eine Prise Safranfäden in einem Esslöffel heißem Wasser oder Wein auf und mische es unter die Mandeln, bis sie leuchtend gelb sind - nicht zu viel Flüssigkeit. Der zweite Teil bleibt weiß; hier streust du ein bis zwei Teelöffel Zucker drüber. Für den dritten Teil: Nimm kleine Rosinen (ca. 30-40g). Gib sie mit einem kleinen Schuss Wein (z.B. trockenem Weißwein) in eine Pfanne und koche sie bei kleiner Hitze kurz weich, bis sie aufquellen und der Wein fast verdampft ist (das ist das mittelalterliche ‚geschwelt‘). Mische diese Weinbeeren dann unter die dritte Mandelportion. Der häufigste Fehler: Mandeln zu fein mahlen; das Gericht lebt von der ‚gehackten‘ Textur.
So wird es richtig gut. Die Balance ist der Schlüssel. Die Süße des Zuckers und der Rosinen kontrastiert mit der natürlichen, leicht herben Mandel. Ein Hauch von Säure, etwa durch einen Tropfen Verjus, kann die Aromen aufbrechen, ist aber nicht zwingend. Beim Anrichten legst du die drei Mandel-Mischungen nebeneinander oder leicht übereinander, um das Farbspiel - Gelb, Weiß, Rosinen-Braun - zu betonen. Bei Raumtemperatur entfalten sich die Aromen am besten. Ein einfaches, aber raffiniertes Gericht, das die Möglichkeiten der Fastenküche aufzeigt.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/m384-072/
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