Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 384) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384)
Gebäck aus Fischrogen
Moderne Übersetzung
Nimm Fischrogen und ziehe den rohen Rogen durch ein wenig Weißbrot oder bemehle ihn sonst mit gutem weißem Mehl, wie einen Strubenteig. Färbe ihn ein wenig, wenn du möchtest.
Daraus mach gute Struben oder anderlei gutes Gebäck. Oder würze den Teig und mach Fladen daraus, die im Ofen gebacken werden. Oder mach gebrühte Küchlein daraus, wie Eierküchlein.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| vischrogen | Fischrogen | - | gut sortierter Supermarkt, Fischhändler | - |
| ain wenig wisses brots | ein wenig Weißbrotbrösel | - | - | - |
| sus mells | Mehl | - | - | - |
| guotem wissem mell | gutes Weißmehl | - | - | - |
| farbs ain wenig ob du wilt | Safran (optional, zum Färben) | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| bewurtz es | Pfeffer | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Dies ist ein vielseitiges Gebäck aus Fischrogen, das im Mittelalter eine pragmatische Möglichkeit bot, diesen wertvollen Teil des Fisches zu verwerten, besonders in Fastenzeiten. Heute ist die Verwendung von Rogen als Basis für Gebäck eher ungewohnt und spricht vor allem Liebhaber historischer Küche an.
So gelingt es. Der Schlüssel liegt darin, den rohen Fischrogen mit Weißbrotbröseln oder Mehl und gutem Weißmehl zu einem geschmeidigen Teig zu verarbeiten. Der Rogen wirkt hierbei als hervorragendes Bindemittel, sodass du kein zusätzliches Ei für den Teig benötigst - eine clevere und zeittypische Lösung. Als Startpunkt kannst du etwa 150g frischen Fischrogen mit 50g feinen Weißbrotbröseln und 100g hellem Weizenmehl mischen. Gib bei Bedarf schluckweise Wasser hinzu, bis ein formbarer Teig entsteht, der sich wie ein dicker Pfannkuchenteig verhält. Das Rezept bietet drei Zubereitungsarten: Für ‚Struben‘ wird der Teig löffelweise in heißem Fett ausgebacken, bis er goldbraun ist. Für ‚Fladen‘ rollst du den Teig aus, stichst Formen aus und bäckst sie im Ofen. Die ‚gebrühten Küchlein‘ werden in siedendem Wasser gegart, ähnlich wie Klößchen, und können anschließend noch kurz angebraten werden. Das optionale Färben mit Safran verleiht dem Gebäck eine ansprechende Farbe und eine feine Note.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/m384-080/
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