Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 725) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 725)
Gebrannte Küchlein
Moderne Übersetzung
Nimm heißes Wasser und bereite damit den Teig zu. Schlage ihn sehr gut, sodass keine Klumpen mehr vorhanden sind. Schlage dann Eier daran und schlage den Teig nochmals gut. Backe sie anschließend aus.
Zutaten
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| ain haissz wasser | Heißes Wasser | - | Leitung | - |
| taig | Mehl | - | - | - |
| ayr | Eier | - | - | - |
| pach sy dann | Schmalz oder Öl (zum Ausbacken) | - | - | Pflanzenöl |
Zubereitungshinweis
Welches Gebäck ist das? Gebrannte Küchlein - ein Brandteig: Mehl wird mit heißem Wasser „abgebrannt“ (verkleistert), glatt geschlagen, dann werden Eier eingeschlagen und ausgebacken. Genau die Technik des modernen Brandteigs (Choux). Das Rezept nennt weder Zucker noch Gewürze - es sind also neutrale, herzhafte Küchlein (verwandt mit den salzigen Gougères, nicht mit dem süßen Windbeutel). Laut Ehlert ohne Parallele in den verglichenen Handschriften.
Wozu reicht man sie? Als Beilage: die luftigen, neutralen Teigstücke passen hervorragend zu einer kräftigen Sauce und Fleisch - ähnlich wie man heute Klöße, Spätzle oder Brandteignocken reicht. Sie saugen Sauce gut auf.
Warum „gebrannt“? Das Verkleistern des Mehls mit heißem Wasser heißt „brennen/abbrennen“ - daher Brandteig. Das kräftige Schlagen (erst der Teig, dann nach der Ei-Zugabe nochmals) bringt Bindung und später das Aufgehen.
Praxis. Wasser (mit etwas Fett und einer Prise Salz) aufkochen, Mehl einrühren und zu einem glatten Kloß abbrennen, kurz abkühlen, dann nach und nach Eier einschlagen, bis ein glänzender Teig entsteht; in heißem Schmalz/Fett ausbacken (oder im Ofen backen). Warm als herzhafte Beilage zu Fleisch mit Sauce.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/m725-021/
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