Das Kochbuch der Maria Stenglerin (Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen & Junckfrawen)
Rosensirup herstellen
Moderne Übersetzung
Nimm die weißen Rosenblätter und zerstoße sie fein in Wasser. Gib die Masse dann in ein Tuch und drücke den Saft in einer Presse heraus. Koche diesen Saft anschließend mit Zucker ein, wie sonst üblich.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| weiſſen Roſen pletlen | Weiße Rosenblätter | - | Garten, Bio-Laden (frisch) | - |
| waſſer | Wasser | - | Leitung | - |
| zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Rosensirup: Frische weiße Rosenblätter werden im Wasser fein zerstoßen, der Saft durch ein Tuch in einer Presse ausgedrückt und anschließend mit Zucker eingekocht. Im Stenglerin-Buch steht das Rezept nicht allein - Rosenhonig, Weinbeersaft und Veilchensaft folgen demselben Press-und-Einkoch-Muster, dem Grundwortschatz der Vorratshaltung eines Patrizierhaushalts. Die lebende Verwandtschaft reicht bis heute: Rosensirup beziehungsweise Rosenwassersirup gehört als Sharbat-e Gol oder Sirop de rose noch immer zum Repertoire.
Praxis. Die Blütenblätter werden mit wenig Wasser im Mörser fein zerstoßen, bis Aromen und Farbstoffe aus dem Pflanzenmaterial gelöst sind. Anschließend presst man die Masse durch ein Tuch, damit nur der klare Saft übrigbleibt und die festen Blattreste verworfen werden. Diesen Saft kocht man mit Zucker ein, bis er die gewünschte Sirupdicke erreicht - Mengenverhältnis und Kochdauer nennt das Rezept nicht, weil es als bekanntes Handwerk vorausgesetzt wird ("wie sunst"). Frische weiße Rosenblüten sind saisongebunden, und eine Presse führt nicht jedes Lager mit; ein straff ausgewrungenes Tuch tut es ebenso. Der fertige Sirup hält sich dank des Zuckers gut.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mst-113/
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