Das Kochbuch der Maria Stenglerin (Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen & Junckfrawen)
Berberitzen-Dicksaft
Moderne Übersetzung
Berberitzen-Dicksaft zubereiten.
Nimm gut reife Berberitzen und gib sie in einen Wein. Lass sie sieden, bis sie weich werden. Treibe sie dann durch ein feines Tuch und siede den Saft mit Zucker ein.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Erbſich | Berberitzen | - | Wochenmarkt, gut sortierter Supermarkt | - |
| wein | Wein | - | - | - |
| zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das?
Ein durch ein Tuch gestrichener, mit Zucker eingedickter Berberitzensaft - ein Fruchtsirup nach demselben Grundmuster wie andere eingekochte Fruchtsäfte des Buchs: Frucht in Wein weichkochen, durch ein feines Tuch treiben, mit Zucker einkochen. Dasselbe Verfahren zeigt das benachbarte Rezept für Maulbeer- und Johannisbeer-Dicksaft.
Praxis.
Der Wein liefert von Anfang an Säure und etwas Süße, die den sehr sauren Berberitzen entgegenkommt, und wirkt im fertigen Saft zusammen mit dem Zucker konservierend. Der Text nennt keine Menge - fülle so viel Wein in den Topf, dass die Beeren gut bedeckt sind, das ergibt ein gleichmäßiges Weichkochen.
Berberitzen haben zahlreiche kleine Kerne; das Passieren durch ein feines Tuch trennt sie zuverlässig von der Flüssigkeit und ergibt einen klaren Saft. Für das Weichkochen, Passieren und anschließende Einsieden mit Zucker braucht es am offenen Feuer echte Zeit und Aufmerksamkeit gegen das Anbrennen - plane eher 45 bis 60 Minuten ein, nicht nur eine knappe Viertelstunde.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mst-128/
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