Das Kochbuch der Philippine Welser
Gebackener Apfel-Bolster
Moderne Übersetzung
Wenn du einen Apfel-Bolster backen willst, nimm zwei Eier und ein wenig Wein. Mache daraus einen Teig, etwas dünner als ein Straubenteig, und bedecke die Äpfel gut damit.
Lege die vorbereiteten Äpfel schön schräg übereinander in die Pfanne und lasse sie schön langsam backen. Wenn du sie wenden willst, ziehe das Schmalz sauber ab. Lege dann einen Teller auf die Pfanne, wende sie und backe den Bolster auch auf der anderen Seite. Schütte das zuvor abgezogene, heiße Schmalz wieder darüber.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| 2 ayr | Eier | 2 | - | - |
| ain wenig wein | etwas Wein | - | - | Apfelsaft oder Wasser |
| ain dayglin wie ain diner streybla dayg | Teig (aus Mehl, Eiern und Wein) | - | Supermarkt (Mehl) | - |
| die epfel | Äpfel | - | - | Feste, säuerliche Apfelsorten wie Boskoop oder Elstar |
| das schmaltz | Schmalz | - | Supermarkt, Metzger | Butterschmalz oder Pflanzenöl |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das?
In dünnen Teig getunkte Apfelscheiben, schräg geschichtet, in der Pfanne in Schmalz gebacken und mit Hilfe eines Tellers gewendet - strukturell nah an einer teigumhüllten Apfeltorte aus der Pfanne. Das Wende-Prinzip mit dem Teller erinnert an das Sturz-Prinzip der Tarte Tatin, ohne dass daraus eine Herleitung behauptet wird. Das Rezept ist der vierte und letzte Eintrag einer buchinternen Serie von vier ähnlichen Apfel-in-Teig-Gerichten - ein Hausbuch, das mehrere überlieferte Varianten derselben Grundidee nebeneinanderstellt.
Der Teig ist ein Tunkteig, kein Rollteig.
Der Vergleich „wie ein dünner Streybla-Teig“ meint den dünnflüssigen, gegossenen Ausbackteig für Spritzgebäck (Straube) - im Buch an sechs weiteren Stellen so verwendet. Gemeint ist ein Konsistenzmaßstab: der Teig soll etwas dünner sein als dieser Straubenteig. Die Apfelscheiben werden darin getunkt bzw. damit ummantelt (behedla), nicht in ausgerollte Teigstreifen gewickelt.
Praxis.
Zwei Eier mit etwas Wein und Mehl zu einem dünnflüssigen Rührteig verquirlen - dünner als ein klassischer Spritzkuchen-/Krapfenteig. Apfelscheiben darin wenden, schräg überlappend in heißem Schmalz in der Pfanne auslegen und bei niedriger Hitze langsam backen, bis die Teighülle goldgelb und fest ist; einen genauen Garzeitpunkt nennt der Text nicht, das entscheidet das Auge. Vor dem Wenden das heiße Schmalz vorsichtig abgießen und beiseitestellen, einen Teller auflegen, den Bolster stürzen und die zweite Seite ebenso backen. Danach das zurückbehaltene heiße Schmalz wieder darübergießen, um die zweite Seite nachzubraten bzw. zu glasieren.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/phw-134/
fyndling.de/rezepte/phw-134/