Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)
Gestank mit heißem Gerstenbrot aus dem Fass ziehen
Moderne Übersetzung
Ebenso: Nimm warmes oder heißes Gerstenbrot, gerade erst aus dem Ofen genommen. Die eine Hälfte wird auf das Spundloch gelegt, die andere Hälfte wieder in den Ofen, damit sie warm bleibt. Wechsle so oft, wie ein Teil erkaltet, bis der Gestank aus dem Fass gezogen ist.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| warm oder haiß gerſten bꝛot | Gerstenbrot, warm oder heiß, gerade aus dem Ofen | - | Bäcker | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein Hausmittel gegen ein stinkendes Fass: Heißes Brot liegt auf der Fassöffnung und soll den Gestank herausziehen. Mengen und Dauer nennt Rasch nicht, das Ende ist erreicht, wenn der Gestank weg ist.
Das Wort „peul“. Gemeint ist das Spundloch. Die Wörterbücher führen das bairische Peil oder Beul als Spundloch oder als das Holz, das es verschließt; Raschs zweiter Beleg im selben Abschnitt lässt Tonstücke „oben durch das peul ins vaß“ fallen. Rumpolts fast gleichlautende Fassung schreibt an dieser Stelle „Spundt“ und lässt das Brot „in zwey stuͤck“ brechen.
Warum warm? Rasch begründet nichts, er verlangt nur, dass immer ein warmes Stück aufliegt. Die zeitgenössische Vorstellung, wie sie Rumpolt ausspricht: Das heiße Brot zieht an sich, was dem Wein schadet. Nach heutigem Verständnis kann Brot an der Öffnung allenfalls Geruch aus dem Luftraum unter dem Spund aufnehmen; einen Fehlgeruch, der im Holz oder im Wein sitzt, behebt es kaum.
Praxis. Ein frisches Gerstenbrot halbieren, eine Hälfte heiß auf das offene Spundloch legen, die andere im Ofen warmhalten und tauschen, sobald die aufliegende abgekühlt ist. Ob das Fass dabei leer ist oder Wein enthält, lässt der Eintrag offen. Wer es heute ausprobiert, tut es am leeren Fass vor dem Befüllen (modern); das Brot ist danach nicht zum Essen gedacht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ras-016/
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