Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)
Wein mit der Asche des Weinstocks färben
Moderne Übersetzung
Palladius sagt, die Weinstöcke hätten eine solche Natur: Wird der weiße oder der schwarze Weinstock zu Asche gebrannt und in den Wein gelegt, so färbt er ihn nach seiner Farbe. Mizaldus, C. 9, A. 76.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| weinſtoͤck | der weiße oder schwarze Weinstock, zu Asche gebrannt | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Eine gelehrte Kellerregel zum Umfärben des Weins: Man brennt einen weißen oder einen schwarzen Weinstock zu Asche und legt die Asche in den Wein, der dann die Farbe dieses Weinstocks annehmen soll. Mit dem weißen und dem schwarzen Weinstock sind wohl Reben mit hellen und mit dunklen Trauben gemeint; das ergibt sich aus „nach seiner Farbe“, ein Wörterbuchbeleg für die Wendung fehlt. Rasch begründet das Mittel allein mit der „Natur“ der Weinstöcke und beruft sich auf Palladius und Mizaldus.
Heutige Einordnung. Dass Asche den Wein nach der Traubenfarbe der verbrannten Rebe färbt, ist nach heutigem Wissen nicht zu erwarten; die Asche beider Reben ist grau. Asche trübt den Wein und gehört heute nicht hinein.
Praxis. Menge der Asche, Dauer und ob sie wieder herausgenommen wird, sagt der Text nicht. Zum Nachmachen taugt der Eintrag nicht, er ist ein Zeugnis der gelehrten Kellerkunde.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ras-041/
fyndling.de/rezepte/ras-041/