Wein mit der Asche des Weinstocks färben
Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben · Wien / München · 1580
Palladius sagt, die Weinstöcke hätten eine solche Natur: Wird der weiße oder der schwarze Weinstock zu Asche gebrannt und in den Wein gelegt, so färbt er ihn nach seiner Farbe. Mizaldus, C. 9, A. 76.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| weinſtoͤck | der weiße oder schwarze Weinstock, zu Asche gebrannt | - | - | - |
Was ist das? Eine gelehrte Kellerregel zum Umfärben des Weins: Man brennt einen weißen oder einen schwarzen Weinstock zu Asche und legt die Asche in den Wein, der dann die Farbe dieses Weinstocks annehmen soll. Mit dem weißen und dem schwarzen Weinstock sind wohl Reben mit hellen und mit dunklen Trauben gemeint; das ergibt sich aus „nach seiner Farbe“, ein Wörterbuchbeleg für die Wendung fehlt. Rasch begründet das Mittel allein mit der „Natur“ der Weinstöcke und beruft sich auf Palladius und Mizaldus.
Heutige Einordnung. Dass Asche den Wein nach der Traubenfarbe der verbrannten Rebe färbt, ist nach heutigem Wissen nicht zu erwarten; die Asche beider Reben ist grau. Asche trübt den Wein und gehört heute nicht hinein.
Praxis. Menge der Asche, Dauer und ob sie wieder herausgenommen wird, sagt der Text nicht. Zum Nachmachen taugt der Eintrag nicht, er ist ein Zeugnis der gelehrten Kellerkunde.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Nein. Es ist eine Kellerregel zum Umfärben des Weins und kein Gericht.
Wie viel Asche kommt in den Wein, und wie lange?
Das sagt der Text nicht. Er nennt nur die Asche vom weißen oder schwarzen Weinstock und dass sie in den Wein gelegt wird.
Färbt Rebenasche den Wein tatsächlich?
Rasch begründet es mit der „Natur“ der Weinstöcke. Nach heutigem Wissen ist eine Färbung nach der Traubenfarbe der verbrannten Rebe nicht zu erwarten; Asche trübt den Wein eher.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Rasch: Weinbuch (Wien / München). Weinbuch des Wiener Bürgers Johann Rasch, gedruckt bei Adam Berg in München um 1580: Weingartenbau in Versen, dann ein Kellerbuch - Most und Fässer, Weinfehler beheben, Kräuterweine, Essig, Met und Bier, viele kurze Mittel nach dem Muster „Item ...“.
- verkehꝛen
Hier mit Objekt: die Farbe verwandeln, in eine andere bringen (Adelung, Grimm). Anders als „sich verkehren“ in Raschs übrigen Kellerregeln, wo der Wein selbst umschlägt.
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Stand dieser Fassung: 03.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
