Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)
Wasser im Most oder Wein erkennen (Birnenprobe)
Moderne Übersetzung
Erkennen, ob der Wein Wasser enthält.
Willst du prüfen oder wissen, ob in den Most oder den Wein Wasser beigemengt ist oder nicht, so leg eine Birne hinein. Schwimmt sie obenauf, so ist der Most oder Wein ohne Wasser.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| moſt oder wein | Most oder Wein | - | - | - |
| ein biern | eine Birne | 1 | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Eine Schwimmprobe: Rasch legt eine Birne in Most oder Wein und schließt aus ihrem Schwimmen, dass kein Wasser beigemengt ist. Was es bedeutet, wenn sie sinkt, sagt er hier nicht; die Eiprobe nach Mizaldus weiter hinten im Buch, die die Birne ausdrücklich gleichsetzt, sagt: Sinkt das Ei sofort, ist der Most oder Wein gewässert.
Heutige Einordnung. Für Most trägt der Gedanke: Most ist durch den gelösten Zucker schwerer als Wasser, beigemischtes Wasser macht ihn leichter, und ein Körper sinkt darin eher. Auf demselben Prinzip beruht die heutige Mostwaage. Für vergorenen Wein trägt die Probe nicht: Durch den Alkohol ist Wein eher leichter als Wasser, ein Wasserzusatz macht ihn nicht leichter. Ob eine Birne schwimmt, hängt außerdem an der Frucht selbst, Rasch nennt weder Sorte noch Reife.
Praxis. Wer die Probe nachstellen will, legt dieselbe Birne zum Vergleich auch in reines Wasser (heutiger Vorschlag, nicht bei Rasch). Eine Messung ersetzt das nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ras-144/
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