Klosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632)
Fleisch ‚sicher' kochen - Messing im Topf (Küchen-Lore)
Moderne Übersetzung
Willst du Fleisch zuverlässig - ohne Anbrennen - gekocht haben, so lege Messing unten in den Topf und das Fleisch darauf, dann kocht es sicher.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| fleysch | Fleisch | Metzger | - |
| messel | Messing (Platte oder Stück am Topfboden) | Metallhandel | ein anderer flacher Metall-Untersetzer / Buntmetall |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine knappe Küchen-Anweisung aus der Handschrift: etwas in den Topfboden legen, damit Fleisch ‚sicher' (zuverlässig) gar wird. Die maßgebliche Edition liest das Wort als messel = Messing; die hyperdiplomatische Basistranskription als nessel (Brennnessel) - die Lesarten trennt nur der Anfangsbuchstabe (m/n).
Funktioniert das? Kaum. Weder ein Stück Messing noch Nesselblätter halten Fleisch zuverlässig vom Anbrennen ab - heißes Buntmetall am Topfgrund leitet die Hitze genauso weiter und das Fleisch sitzt ebenso an, Blätter zerfallen beim Sieden. Was ‚sicher gesoten' hier konkret bewirken sollte, bleibt unklar; es liest sich wie überlieferte Küchen-Lore von zweifelhaftem Nutzen, nicht wie eine belastbare Technik.
Wenn du Fleisch wirklich zuverlässig garen willst: reichlich Flüssigkeit, kleine Hitze, gelegentlich rühren - oder ein schwerer Topf mit dickem Boden. Das ist die wirksame Variante; die historische Anweisung dokumentieren wir als Kuriosum.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ri15632-023/
fyndling.de/rezepte/ri15632-023/