Kunstbuch von mancherley Essen (Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich)
Füße in Butter mit Senf, großen Rosinen und Zucker
Moderne Übersetzung
Ebenso die Füße in Butter abschwitzen. Gemahlenen Senf, große Rosinen und Zucker darauf geben.
Wenn der Senf darübergegeben ist, soll man sie nicht zudecken. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker bestreuen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Füße (ſie, wie in der Reihe davor) | - | Beim Metzger, Schweinsfüße oder Ochsenfüße meist auf Bestellung | - |
| Butter | Butter | - | - | - |
| gemahlen Senff | gemahlener Senf | - | Senfmehl oder Senfpulver im Gewürzhandel | - |
| groſſen Roſin | Rosinen, große | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, in Butter abgeschwitzt und mit einer Auflage aus gemahlenem Senf, großen Rosinen und Zucker belegt; beim Auftragen kommt noch einmal Zucker darüber. Im Ergebnis erinnert das an gekochte Spitzbeine mit süßem Senf.
Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Wasser weich sieden; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger.
Abschwitzen. Die Füße, ganz oder in Stücken, in heißer Butter wenden, bis sie durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.
Senf, Rosinen, Zucker. Die drei kommen auf die Füße. Mengen nennt der Text nicht; ob danach noch einmal erhitzt wird, sagt er ebenfalls nicht. Er verlangt nur, die Füße nicht zuzudecken, sobald der Senf darüber ist, und begründet das nicht.
Praxis. Die gekochten Füße abtropfen lassen und in Butter bei mittlerer Hitze abschwitzen. Senfmehl, große Rosinen und Zucker nach Geschmack darübergeben, die Pfanne offen lassen und die Füße beim Auftragen mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ron-0166/
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