Kunstbuch von mancherley Essen (Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich)
Wildschweinskopf mit Braunkohl und Knoblauch
Moderne Übersetzung
Den Wildschweinskopf in Essig und Wasser gar kochen.
Die Triebspitzen vom Braunkohl mit gespaltenem Knoblauch zusammen sieden und über den Kopf geben.
Pfeffer und Salz miteinander vermischen und den Kopf damit bestreuen, wenn man ihn zu Tisch geben will.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Schweinßkopff | Wildschweinskopf | - | Wildhändler oder Metzger, vorbestellen | - |
| Eſsig | Essig | - | - | - |
| Waſſer | Wasser | - | - | - |
| die polle von braunen Kohl | Triebspitzen vom Braunkohl | - | Grünkohl am Strunk, Saison November bis Februar | - |
| ſpaltzen Knoblauch | Knoblauch, gespalten | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
| Saltz | Salz | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein in Essig und Wasser gesottener Wildschweinskopf, über den die gesottenen Triebspitzen vom Grünkohl mit Knoblauch kommen; zuletzt wird eine Mischung aus Pfeffer und Salz darübergestreut. Gewürze oder Zucker nennt der Text nicht.
Der Kohl. Gemeint sind die oberen, krausen Triebe des Grünkohls, nicht ein Kohlkopf, den Grünkohl gar nicht bildet. Worin Kohl und Knoblauch sieden, sagt der Text nicht: in der Brühe des Kopfes oder in wenig Wasser.
Praxis. Den Kopf vorher säubern und die Borsten absengen; das nennt dieses Rezept nicht, Rontzier beschreibt das Abbrennen beim kalt angerichteten Schweinskopf. Ein Verhältnis von Essig zu Wasser gibt der Text nicht an, ein deutlich säuerlicher Sud mit überwiegend Wasser ist ein vernünftiger Anfang. Den Kopf bedeckt sieden, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen löst. Die Kohltriebe mit den Knoblauchzehen weich sieden, abtropfen lassen und über den angerichteten Kopf geben. Pfeffer und Salz erst beim Auftragen darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an. Grünkohl gibt es frisch von November bis Februar.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ron-0217/
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