Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Rinderbraten in Wacholder-Kümmel-Beize mit Butterbrühe
Moderne Übersetzung
Beize einen guten Rinderbraten mit Wacholderbeeren, Kümmel und gestoßenem Knoblauch. Setze die Zwiebeln mit Wasser und Essig an und gib ein wenig Salz dazu. Lass den Braten über Nacht darin liegen.
Wenn du den Braten bald aufspießen wirst, salze ihn besser nach. Lass die Beizbrühe, in der das Fleisch gelegen hat, eine halbe Stunde stehen, damit sie sich setzt. Nimm das Klare ab und gib das Dicke in einen Fischkessel.
Gib danach ein wenig Pfeffer und Ingwer dazu, auch ungesalzene Butter, die nicht zerlassen ist, und lass es damit sieden. Begieße den Braten damit, und wenn du ihn anrichtest, gieße die Brühe oben darüber. Gib ihn warm auf den Tisch, so ist er köstlich und wohlschmeckend.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Rindernbraten | Rinderbraten | - | Metzger | - |
| Wacholderbeer | Wacholderbeeren | - | Supermarkt | - |
| Kuͤmmel | Kümmel | - | - | - |
| gestossen Knobloch | gestoßener Knoblauch | - | - | - |
| Wasser | Wasser | - | - | - |
| Essig | Essig | - | - | - |
| Zwibel | Zwiebeln | - | - | - |
| Saltz | Salz | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
| Jngwer | Ingwer | - | - | - |
| vngesaltzene Butter | ungesalzene Butter | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Rinderbraten, der über Nacht in einer Essig-Wasser-Beize mit Zwiebeln, Wacholderbeeren, Kümmel und gestoßenem Knoblauch liegt. Die Beize dient nicht zum Schmoren wie beim heutigen Sauerbraten, sondern liefert nach dem Absetzen den Bodensatz für eine Butterbrühe, mit der der Braten begossen wird. Das nahe Gegenstück im Buch ist Rezept 47, das dasselbe Verfahren mit Herkunftsangabe und ohne Wacholder und Kümmel gibt.
Beize und Nachsalzen. In die Beize kommt nur ein wenig Salz, deshalb heißt es vor dem Aufstecken, den Braten besser nachzusalzen. Mengen nennt der Text nicht. Die Beize gibt Säure und Würze; sie wird nur über Nacht angesetzt, also im Kühlen.
Absetzen und Bodensatz. Nach einer halben Stunde Stehen wird das Klare abgenommen, das Dicke (Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzreste) kommt in den Fischkessel. Was mit dem Klaren geschieht, sagt der Text nicht. Moderne Praxis: das Klare weggießen.
Butterbrühe. Zum Bodensatz kommen Pfeffer, Ingwer und frische, ungesalzene, nicht zerlassene Butter; alles wird gekocht. Das Aufkochen ist im Text ausdrücklich gefordert, die Beize, die rohes Fleisch berührt hat, ist damit durchgekocht. Wacholder eher angedrückt, Kümmel ganz. Die Brühe erst am Ende abschmecken, weil Beize und nachgesalzener Braten schon Salz mitbringen.
Braten. Der Text sagt nur „anstecken“ und „begieß den Braten“, nicht aber Hitze oder Garzeit. Vor Ort heißt das: Braten am Spieß über Glut, dabei mit der Brühe begießen und zuletzt die Brühe darübergeben. Garzeit nach Größe und Kerntemperatur, das ist eine moderne Angabe.
Praxis. Braten über Nacht in der Beize kühl halten, vor dem Spießen nachsalzen, Bodensatz mit Pfeffer, Ingwer und Butter aufkochen, beim Braten immer wieder begießen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-0044/
fyndling.de/rezepte/rum-0044/